Neues Rekordtief bei Hypothekarzinsen

Noch nie war es in der Schweiz so günstig, Geld für das Eigenheim aufzunehmen.

Hypotheken sinken auf ein Rekordtief: Eine Neubausiedlung im zürcherischen Baltenswil. (Archivbild) Bild: Steffen Schmidt/Keystone

Hypotheken sinken auf ein Rekordtief: Eine Neubausiedlung im zürcherischen Baltenswil. (Archivbild) Bild: Steffen Schmidt/Keystone

Gute Nachrichten für alle, die vom eigenen Haus träumen: Kredite für Wohneigentum waren noch nie so günstig wie jetzt.

Laut dem Online-Vergleichsdienst Moneyland, der einen eigenen Hypotheken-Index führt, sind die Hypothekarzinsen seit Oktober 2018 im freien Fall. «Der Hypotheken-Index fällt ungebremst von einem Tief ins nächste», schreibt Moneyland. Gestern Dienstag hat der Hypotheken-Index neue Tiefstwerte von 0,96 Prozent für fünfjährige und 1,08 Prozent für zehnjährige Festhypotheken erzielt.

In den letzten neun Monaten sind damit die Zinsen bei den Fünfjährigen um insgesamt 0,23 Prozentpunkte gesunken. Die zehnjährigen Festhypotheken sanken im gleichen Zeitraum um 0,62 Prozentpunkte. Das entspricht einer durchschnittlichen Zinssenkung von 20 Prozent für fünfjährige oder 35 Prozent für zehnjährige Festhypotheken.

Auch bei Festhypotheken mit kurzen und besonders langen Laufzeiten notiert der Hypotheken-Index gegenwärtig auf einem Allzeittief, wie Moneyland schreibt. So beträgt der durchschnittliche Zinssatz für eine zweijährige Festhypothek gerade noch 0,91 Prozent. Für eine 15-jährige Hypothek bezahlt man nur noch 1,37 Prozent pro Jahr. «Noch nie war es damit in der Schweiz so günstig, Hypotheken aufzunehmen», schreibt Moneyland.

Zins-Unterschiede weiterhin hoch

Nach wie vor biete es sich für Hausbesitzer an, die Angebote am Markt zu vergleichen. Zwischen den einzelnen Schweizer Banken und Versicherern gibt es trotz allgemein tiefen Zinsen deutliche Kostenunterschiede. Die Zinssätze von fünfjährigen Festhypotheken schwanken je nach Anbieter zwischen 0,54 und 1,20 Prozent, die Zinssätze von zehnjährigen Hypotheken zwischen 0,83 und 1,30 Prozent. Die teuersten Hypotheken können doppelt so viel kosten wie die günstigsten. Online-Hypotheken gehören weiterhin zu den günstigsten Angeboten.

Der Hypotheken-Index von Moneyland basiert auf den Hypotheken-Richtzinsen, die der Vergleichsdienst täglich erhebt. Insgesamt werden mehr als 110 Festhypotheken, variable Hypotheken und Libor-Hypotheken indexiert. Bei den Festhypotheken werden Laufzeiten von 1 Jahr bis 20 Jahre erfasst, bei den Libor-Hypotheken die Varianten 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate und 12 Monate.

27'000 Franken Differenz

Wer im Oktober 2018 eine zehnjährige Festhypothek über 500'000 Franken aufgenommen hat, zahlt 8100 Franken Zinsen pro Jahr. Nimmt man dieselbe Hypothek aktuell auf, wären es noch 5400 Franken. Für den gesamten Zeitraum von zehn Jahren entspricht das einer Differenz von 27'000 Franken.

Bei der Wahl des besten Hypothekar-Angebots sollten Hypothekarnehmer auch weitere Kriterien beachten. Laut Moneyland beeinflussen je nach Anbieter und Hypothek eine Vielzahl von Faktoren den Zinssatz – so etwa Einkommen, Belehnung, Tragbarkeit und die Immobilienbewertung. Zudem sei nicht nur die Wahl des günstigsten Anbieters wichtig, sondern auch die Wahl des passenden Hypotheken-Modells.


Hypothekarzinssätze gemäss Hypotheken-Index für fünfjährige Festhypotheken. Grafik: Moneyland

Hypothekarzinssätze gemäss Hypotheken-Index für zehnjährige Festhypotheken. Angezeigt werden jeweils Minimum, Maximum, arithmetischer Durchschnitt und Median für die angegebenen Stichtage. Grafik: Moneyland

oli

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