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Coronavirus in der Schweiz+++ Bund meldet 66 Neuinfizierte +++ Politiker fordern: Setzt Spanien auf die Quarantäne-Liste

Das BAG hat bedeutend weniger Fälle als in den letzten Tagen registriert. Spanien-Reisende sollen gemäss Politikern nach ihrer Rückkehr in Quarantäne. Schweizer Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze

  • In den letzten Wochen ist die Zahl der Corona-Ansteckungen erneut angestiegen.
  • Die Massnahmen werden wieder verschärft.
  • Seit 6. Juli gilt im ÖV Maskenpflicht für Personen ab 12 Jahren.
  • Der Bundesrat hat ein strengeres Einreise-Regime an den Grenzen eingeführt.

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BAG: Fallzahlen gesunken

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag 66 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innert eines Tages gemeldet worden. Das sind halb so viele als noch am Vortag.

In den vergangenen sieben Tagen belief sich die Zahl damit auf 1095. In der vergangenen Woche waren dem BAG jeweils am Donnerstag und Freitag über 200 neue Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Samstag und Sonntag lag die Zahl der Neuansteckungen bei 180 respektive 138.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher laut den neusten BAG-Zahlen 35'616 laborbestätigte Fälle. Gleichzeitig meldete das BAG im Vergleich zum Vortag keine neuen Hospitalisationen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich wie am Vortag auf 1707.

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich 1041 infizierte Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne waren 2877 Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Die Zahlen stammen aus 25 Kantonen und aus Liechtenstein. 12'388 zusätzliche Personen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 803'725. Bei 5,3 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Vorerst keine Maskenpflicht in St. Galler Läden

Der Kanton St. Gallen verzichtet vorerst auf eine Maskenpflicht in den Schulen und in Läden. Die Entwicklung der Corona-Fallzahlen sei mit zwei bis elf bestätigten Ansteckungen pro Tag stabil. Dies könnte sich mit dem Ende der Schulferien allerdings ändern.

Da die Fallzahlen im Kanton St. Gallen derzeit auf niedrigem Niveau steigen, sei «aus medizinischer Sicht eine Maskenpflicht noch nicht nötig», teilte der Kanton am Montag mit. Empfohlen wird das Tragen von Masken aber in Räumen, in denen Personen den Abstand von 1,5 Metern nicht einhalten können.

St. Galler Schülerinnen und Schüler müssen vorerst keine Masken tragen.
St. Galler Schülerinnen und Schüler müssen vorerst keine Masken tragen.
(Keystone/Symbolbild)

Es zeige sich, «dass die Bevölkerung nachlässiger geworden ist mit den Hygiene- und Abstandsempfehlungen», heisst es im Communiqué. Die meisten Personen würden sich im privaten Umfeld anstecken, gefolgt von Ferien im Ausland – nicht nur in Risikoländern. Derzeit befinden sich 482 Personen nach der Rückkehr vom Ausland in Quarantäne.

Auch in den Schulen führt der Kanton zum Schulbeginn in der kommenden Woche keine Maskenpflicht ein. Dies gilt für die Volksschule, Berufs- und Weiterbildungszentren, Mittelschulen und Hochschulen. Dieser Entscheid basiere auf einer gemeinsamen Analyse des Gesundheits- und des Bildungsdepartements, heisst es.

Spanien-Rückkehrer sollen in die Quarantäne

Politikerinnen und Politiker von links bis rechts fordern, dass das BAG Spanien auf die ominöse Länderliste mit Quarantäne-Pflicht setzt (hier geht es zu einem Artikel mit diesem Thema). «Die Zahlen sind in den letzten Tagen beunruhigend stark angestiegen. Wir müssen jetzt alles tun, um diese Entwicklung zu stoppen», sagt etwa SP-Nationalrätin Yvonne Feri zu 20 Minuten.

Auch CVP-Nationalrätin Ruth Humbel, Präsidentin der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit SGK, sagt: «Es ist klar, dass Spanien auf die Liste kommen muss. Ich bin der Meinung, dass das schnell geschehen sollte. Wir mussten schon mehrfach feststellen, wie schnell ein einzelner Infizierter das Virus als Superspreader verbreiten kann. Das müssen wir verhindern.»

«Die Grenzwerte sind definiert», sagt auch Erich Ettlin (CVP), Vizepräsident der SGK des Ständerats. «Es wäre unverständlich, wenn das BAG Spanien jetzt nicht auf die Liste nehmen würde.» Die Quarantäne müsse auch für Rückkehrer gelten, die jetzt bereits in Spanien sind. «Wer in der aktuellen Situation im Ausland Ferien macht, dem muss bewusst sein, dass er damit ein Risiko eingeht», sagt Ettlin.

BAG kann Liste jederzeit aktualisieren

Auch SVP-Nationalrat Andreas Glarner will Spanien auf die Liste setzen. Bei den Quarantänebestimmungen plädiert er aber für einen Zwischenweg: «Das BAG könnte jetzt dazu auffordern, dass alle Schweizer aus Spanien nach Hause kommen sollen. Wer das innerhalb einer Woche tut, könnte die Quarantäne so verhindern», schlägt er vor.

Wann das BAG seine Liste das nächste Mal aktualisiert, ist unklar. «Die Liste wird grundsätzlich jeden Monat aktualisiert», schreibt BAG-Sprecher Jonas Montani. «Sie kann allerdings auch früher angepasst werden, falls sich die Situation in einem Land rapide verschlechtert.» Wann Spanien allenfalls auf die Liste genommen wird, konnte Montani am Sonntag nicht sagen.

Diskussionen wegen Spanien: Feriengäste genissen in Palma de Mallorca die Sonne.
Diskussionen wegen Spanien: Feriengäste genissen in Palma de Mallorca die Sonne.
(Keystone/29. Juli 2020)
Wallis und Waadt sind wegen Entscheid aus Brüssel verärgert

Belgien hat Reisen in die Kantone Waadt, Wallis und Genf verboten. Die Kantone sind neu auf der roten Liste des belgischen Aussenministeriums, wie Radio SRF am Sonntagmorgen berichtete.

Der Entscheid sei unverständlich und schockierend, erklärte der Walliser Volkswirtschaftsdirektor Christophe Darbellay dazu am Sonntag gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS. Der Kanton Wallis meistere Covid-19 gut. Die Situation in Genf sei um einiges alarmierender.

Einer der Gründe für den Entscheid in Brüssel sei, dass Ausgehlokale und Clubs in der Schweiz offen seien im Gegensatz zu Belgien, sagte Aussenminister Philippe Goffin gegenüber RTS.

Unverständlicher Entscheid für Waadt und Wallis

Kein Verständnis für den Entscheid Belgiens hat auch der Waadtländer Volkswirtschaftsdirektor Philippe Leuba, wie er auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte. In den vergangenen 14 Tagen habe die Zahl der Neuinfektionen im Kanton Waadt 23 je 100'000 Einwohner betragen und im Wallis 10. Im Belgien liege der Wert mit 44 deutlich höher.

Leuba sagte weiter, er habe nach der Ankündigung Belgiens am Sonntag Kontakt mit den Bundesräten Guy Parmelin und Ignazio Cassis aufgenommen. Der Kanton erwarte eine schnelle Reaktion von Bern. Es gehe um den Tourismus, aber auch um einen Imageschaden.

Ebenfalls aktiv geworden ist der Walliser Staatsrat Darbellay. Er habe in der Sache bereits am Samstagabend beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) interveniert und sei guter Hoffnung, dass die Situation rasch geregelt werden könne, sagte Darbellay.

Ärger wegen der roten Liste: Gerade der Kanton Wallis ist ansonsten bei der belgischen Bevölkerung recht beliebt.
Ärger wegen der roten Liste: Gerade der Kanton Wallis ist ansonsten bei der belgischen Bevölkerung recht beliebt.
(Keystone/Symbolbild)

Der Walliser CVP-Nationalrat Matthias Philipp Bregy twitterte seinerseits, der Entscheid sei sachlich nicht nachvollziehbar. Er appellierte an das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA): es bestehe dringender Handlungsbedarf.

EDA in Kontakt mit Belgien

Das EDA bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass die belgischen Behörden entschieden hätten, diese drei Westschweizer Kantone ab dem 1. August auf eine rote Liste zu setzen.

Das EDA sei bereits vor dem Inkrafttreten dieser Massnahme mit dem belgischen Aussenminister in Kontakt getreten, auch um detaillierte Informationen darüber zu erhalten, welche epidemiologische Kriterien angewendet würden.

Diese Kontakte bestehen nach EDA-Angaben weiterhin. Das EDA bleibe auch in Kontakt mit anderen europäischen Behörden, um schnell über allfällige Massnahmen, die die Schweiz beträfen, informiert zu sein, schreibt das Aussendepartement.

Erfolgreiche Intervention im Fall Tessin

Bis Mitte Juli hatte Belgien bereits die Quarantäne und den Test für Reisende aus dem Tessin vorgeschrieben. Der Kanton fand sich jedoch nur auf der orangen, nicht auf der roten Liste. Damals hiess es, auf der orangen Liste würden alle Regionen aufgeführt, die mehr als doppelt so viele Ansteckungen wie Belgien aufweisen – und zwar pro 100'000 Einwohner.

Nach Kritik von Tessiner Regierung und Kantonsarzt hatte das EDA in Belgien interveniert. Die belgischen Behörden strichen das Tessin daraufhin von der Liste

BAG-Zahlenchaos: Kopfschütteln bei Politikern

Nachdem das BAG am Sonntagabend seine Daten zu den Ansteckungsorten korrigiert hat, reagieren Politiker mit Kopfschütteln. «Was wird uns das BAG morgen erzählen?», schrieb die Zürcher Ex-Nationalrätin Kathy Riklin am Sonntagabend auf Twitter. «Nach Maskengeschichten...nun diese ‹Richtigstellung». Oh je!»

Mit «Peinlich peinlich....», hatte Grüne-Schweiz-Parteichef Balthasar Glättli als Erster ein Kopfschütteln über das BAG getwittert. Er sei froh, habe er sich nicht «aufgrund völlig falsch zugeordneter Zahlen in eine hitzige inhaltliche Debatte eingemischt".

Eigentlich tue es der Politik ja gut, «evidenzbasiert zu arbeiten», so Glättli weiter. Umso mehr werde es aber «zum echten Problem, wenn Zahlen aus der Bundesverwaltung in relevanten Bereichen immer wieder falsch sind».

Auch Luca Strebel, der stellvertretende Generalsekretär der CVP Schweiz, meldete auf Twitter seinen Unmut:

BAG korrigiert Ansteckungsorte

Das Bundesamt für Gesundheit hat am Freitag für die neuen Corona-Infektionen der letzten zwei Wochen die häufigsten Ansteckungsorte zusammengestellt. Gemäss diesen Daten steckten sich die meisten Personen in Clubs, Bars oder Restaurants an. Die Zahlen waren aber falsch, wie das BAG heute schreibt.

Das BAG hat mit der Korrektur neue Zahlen zu den Ansteckungsorten veröffentlicht. Allerdings geben diese nur wenig Aufschluss über die tatsächliche Verteilung. Angaben über den Ansteckungsort liegen nämlich nur für 473 Personen vor, für welche die Ärzte zwischen dem 16. Juli und 1. August ein Meldeformular ausgefüllt hatten. In diesem Zeitraum stieg die Zahl der Corona-Erkrankten in der Schweiz gemäss BAG von 33'302 auf 35'412. Von den 2110 neuen Fällen liegen also für 22,4 Prozent Angaben zum Ansteckungsort vor, bei der grossen Mehrheit ist dieser nicht bekannt.

Gemäss den neuen Zahlen haben sich 216 und somit fast die Hälfte (46%) der 473 Personen, deren Ansteckungsort auf dem Meldeformular vermerkt wurde, bei einem Familienmitglied infiziert. 86 Personen haben das Coronavirus von der Arbeit mit nach Hause genommen (18%), davon 17 als medizinisches Pflegepersonal. 24 steckten sich bei einem Privatfest an (5%).

Clubs mit 15 und Bars/Restaurants mit 13 Fällen (je rund 3%) folgen nach «spontanen Menschenansammlungen», wo sich 17 Personen infiziert haben (knapp 4%). In der Schule steckten sich 2 Menschen an und jemand an einer Demo oder Veranstaltung. 99 Personen gehören gemäss BAG in die Kategorie «Andere».

Für über drei Viertel der neuen Infektionen seit 16. Juli liegt gar keine Angabe vor.

Zwei komplette Berner Junioren-Eishockeyteams in Quarantäne

Die bernische Kantonsärztin hat zwei komplette Junioren-Eishockeyteams in Quarantäne gesetzt. Dabei handelt es sich um die U17-Mannschaften des SCB Future und der SCL Tigers.

In den beiden Teams war je ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Spieler gehören zur Schweizer U17-Nati, die vom 20. bis 25. Juli am Summer Camp in Zuchwil SO im Einsatz stand. Dort trat sie mehrmals gegen die tschechische U17 an.

16 Spieler des tschechischen Teams wurden nach ihrer Rückkehr in die Heimat positiv getestet. Die Swiss Ice Hockey Federation empfahl daraufhin allen Klubs und Spielern, die an Testspielen gegen die Tschechen beteiligt waren, ihre Spieler testen zu lassen.

Wie viele Spieler und Staffmitglieder im Kanton Bern und anderswo in der Schweiz insgesamt betroffen sind, ist unklar. Die Swiss Ice Hockey Federation hat alle betroffenen Klubs, Spieler, Eltern und Staffmitglieder am Samstagabend informiert.

Dass sich die beiden Berner Junioren in den Testspielen gegen die Tschechen angesteckt haben, sei natürlich noch nicht erwiesen, sagte Giebel. Allerdings liege diese Vermutung nahe.

Zwei Tage vor Beginn des Trainingscamps waren noch sämtliche Schweizer Spieler und Staffmitglieder negativ getestet worden. Im Trainingscamp kam ein Schutzkonzept zur Anwendung.

138 Neuinfektionen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Sonntag 138 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innert eines Tages gemeldet worden. Das sind weniger als am Vortag mit 180 neuen Covid-19-Infizierten. In den vergangenen sieben Tagen belief sich die Zahl damit auf 1084.

Am Donnerstag und Freitag waren dem BAG jeweils über 200 neue Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher laut den neusten BAG-Zahlen 35'550 laborbestätigte Fälle.

Gleichzeitig meldete das BAG im Vergleich zum Vortag 6 neue Hospitalisationen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich wie am Vortag auf 1707.

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich 1041 infizierte Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne waren 2877 Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Die Zahlen stammen aus 25 Kantonen und aus Liechtenstein. 12'388 zusätzliche Personen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 801'742. Bei 5,3 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Geld für Corona-Impfstudie fehlt

Eigentlich könnten gemäss der «NZZ am Sonntag» in den nächsten Wochen 1000 Menschen einen möglichen Impfstoff der Firma Moderna verabreicht bekommen. In sechs führenden Spitälern der Schweiz würde alles für eine erste grosse Studie im Kampf gegen das Coronavirus bereitstehen. Doch da das Bundesamt für Gesundheit (BAG) einen entsprechenden Antrag auf Mitfinanzierung des Projekts noch nicht beantwortet habe, fehlten der Firma acht Millionen Franken zur Finanzierung. Das BAG erklärt dazu in der Zeitung: «Eine Finanzierung von Covid-19-Vakzin-Studien durch das BAG ist zum heutigen Zeitpunkt nicht vorgesehen.»

Ein Blick ins Ausland zeige, dass 60'000 Menschen in klinischen Versuchen bereits zwei verschiedene mögliche Impfstoff-Kandidaten bekommen. Die Hälfte davon erhalte den Wirkstoff der Firma Moderna, den unter anderem Lonza in der Schweiz im Auftrag herstellt.

Wie es weiter heisst, hinke die Schweiz auch bei der Sicherung von möglichen Impfstoffen hinterher. Bern habe noch keinen Vertrag mit potenziellen Impfstoffherstellern abschliessen können - die EU, Japan, Grossbritannien und die USA hingegen schon.

Die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus läuft auf Hochtouren. (Symbolbild)
Die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus läuft auf Hochtouren. (Symbolbild)
Keystone
Spanien über dem Grenzwert

Spanien-Rückkehrern droht womöglich die Quarantäne. Denn das Land überschritt am Samstag den Grenzwert von 60 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohnern in den letzten 14 Tagen. Damit erfüllt Spanien die Definition des Bundesamt für Gesundheit für Risikoländer (hier geht es zur vollständigen Liste).

Wer in Spanien Ferien machen will, muss also bald mit Quarantäne rechnen, sollte das BAG bei der nächsten Aktualisierung der Risikoliste das Land entsprechend einstufen.

Im Moment ist die Einreise aus Spanien noch ohne Quarantäne möglich. Das BAG aktualisiert die Liste der Risikoländer mindestens monatlich, kann dies aber auch öfter tun, wenn es dies für nötig befindet. Wann das BAG die Liste zum nächsten Mal aktualisiert, ist nicht bekannt.

Neben Spanien überschreiten auch Singapur, Rumänien und Äquatorial Guinea neu den Grenzwert von 60, wie die Liste mit allen Informationen zeigt.

Elf Rekruten in Chur infiziert

Elf Soldaten der Kaserne Chur haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Zwölf weitere Soldaten, die mit ihnen in Kontakt gestanden sind, befinden sich in Quarantäne.

Armeesprecher Daniel Reist bestätigte am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen entsprechenden Bericht des «Blick».

Vier Rekruten, die aus dem letzten Wochenendurlaub in die Kaserne Chur zurückgekehrt seien, hätten sich mit dem Coronavirus infiziert. Sie hätten sieben weitere angesteckt. Die Betroffenen sind im Alter von 19 bis 21 Jahren. Es gehe niemandem von den Infizierten schlecht, sagte Reist. Am Montag werde der Alltag in der Kaserne wie gewohnt weiter gehen. In der Kaserne Chur sind derzeit rund 600 Armeeangehörige.

In der Armeekaserne in Chur sind elf Soldaten mit dem Coronavirus infiziert.
In der Armeekaserne in Chur sind elf Soldaten mit dem Coronavirus infiziert.
Keystone

Das Ausgehverhalten der Rekruten liege in deren Eigenverantwortung, betonte Reist. Es sei auch logistisch nicht machbar rund 12'000 Rekruten nach dem Wochenende auf das Coronavirus hin zu testen. Die Testergebnisse seien zudem in den ersten Tagen einer Ansteckung nicht immer positiv.

BAG meldet 180 neue Covid-19-Infizierte innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstag innert eines Tages 180 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. In den vergangenen sieben Tagen belief sich die Zahl damit auf 1041.

Am Donnerstag und Freitag waren dem BAG jeweils über 200 neue Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Mittwoch waren es 193, am Dienstag 132 und am Montag 65 Fälle gewesen. Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher laut den neusten BAG-Zahlen 35'412 laborbestätigte Fälle.

Gleichzeitig meldete das BAG im Vergleich zum Vortag 12 neue Hospitalisationen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg um zwei Opfer auf 1707.

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich 1041 infizierte Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne waren 2877 Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Die Zahlen stammen aus 25 Kantonen und aus Liechtenstein. 12'388 zusätzliche Personen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 797'933. Bei 5,3 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Corona-Tests am Flughafen Basel

Am Flughafen Basel-Mülhausen werden ankommende Passagiere aus Serbien, der Türkei und Israel auf das Coronavirus getestet. Der Flughafen führt ab Samstag entsprechende Tests ein.

Die Tests seien obligatorisch, teilte der Euroairport Basel-Mulhouse-Freiburg (EAP) am Freitag auf seiner Webseite mit. Getestet würden bei der Einreise aus den betroffenen Ländern alle Passagiere ab zwölf Jahren. Es sei deshalb mit längeren Wartezeiten bei der Einreise zu rechnen.

Die Tests würden auf Anordnung des französischen Staats durchgeführt, wie EAP-Sprecher Stefan Wyer der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Getestet würden aber nicht nur Passagiere aus den drei betroffenen Ländern, die nach Frankreich einreisen wollten, sondern auch jene, die Schweizer Boden betreten wollten.

In Zürich und Genf gibt es vorerst keine obligatorischen Tests. Diese müssten vom Bund angeordnet werden, sagte eine Sprecherin des Flughafens Zürich auf Anfrage. In der Schweiz gilt für Passagiere aus gegenwärtig 42 Staaten mit hohem Infektionsrisiko eine Quarantänepflicht, darunter auch Serbien und Israel. Die Türkei gilt gemäss BAG nicht als Risikoland.

Frankreich hatte vor einer Woche angekündigt, dass Reisende aus 16 Ländern bei der Ankunft in Frankreich einen Corona-Test machen müssen.

Lesen Sie auch: Der neue Ausbruch in Spanien und die Reaktion Deutschlands darauf.

Kanton Genf ordnet wegen Corona Schliessung aller Nachtclubs an

Genf ergreift wieder strengere Massnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Der Kanton hat die Schliessung aller Clubs ab Freitagabend angeordnet. Dies gab Staatsrat Mauro Poggia am Freitagnachmittag während einer Medienkonferenz bekannt. Alle Discos, Tanzlokale und Nachtclubs müssen demnach schliessen.

In Bars müssen alle Kunden sitzen, und zwischen den Tischen muss ein Sicherheitsabstand bestehen. Wenn Gäste nicht sitzen, müssen sie Masken tragen. Barbesitzer müssen ihre Kunden zudem registrieren.

Die Anordnung ist bis zum 23. August gültig.

Im Kanton Genf stiegen die Corona-Zahlen von 37 Fällen in einer Woche auf 79 und 216 in der letzten Woche. Von Montag bis heute Freitag seien es bereits 225 neue Infektionen, sagte Poggia. Die meisten Infektionen seien bei Festen und an festlichen Orten aufgetreten.

Genf hat innerhalb der letzten 14 Tage 421 neue Corona-Fälle registriert, das sind im Schnitt 83 pro 100'000 Einwohner. Damit liegt der Kanton über dem Schweizer Grenzwert für Risikogebiete. Die Schweiz schreibt eine Quarantänepflicht vor für Reisende aus Ländern, die den Grenzwert von 60 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen überschreitet.

Zum Thema: Zürcher Clubs kämpfen ums Überleben - «Die Reduktion auf 100 Gäste wäre ein Konkurs auf Raten»

Wo die Corona-Ansteckung droht

Das Bundesamt für Gesundheit hat für die neuen Corona-Infektionen der letzten zwei Wochen die häufigsten Ansteckungsorte zusammengestellt. Die Daten wurden von srf.ch veröffentlicht.

Von den 1764 Fällen zwischen 16. Juli und 30. Juli ist bei über 1000 nicht bekannt, wo die Infektionen stattfanden. Von den restlichen 41 Prozent steckten sich die meisten Personen in Clubs, Bars oder Restaurants an.

Ob sich jemand beim Einkaufen oder im öffentlichen Verkehr angesteckt hat, ist nicht nachvollziehbar, da Ärztinnen und Ärzte dies auf dem Formular nicht ankreuzen können, wie srf.ch schreibt.

Zehn Prozent der Ansteckungen finden im Ausland statt, wie das BAG schon am Donnerstag bekannt gab. Als Ansteckungsort wird dabei aber nicht Ausland gelistet, sondern eine Kategorie wie «Restaurant» oder «Familienmitglied», je nachdem, wo die Übertragung stattfand.

210 Neuansteckungen in der Schweiz

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag innert eines Tages 210 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das sind zwar weniger als am Vortag. Die Zahl lag aber zum zweiten Mal in Folge über der 200er-Marke.

Insgesamt wurden damit dem BAG von Montag bis Freitag bereits gleich viele bestätigten Neuinfektionen gemeldet, wie in der gesamten vorherigen Woche, nämlich rund 820. Am Donnerstag waren es 220 gewesen, am Mittwoch 193, am Dienstag 132 und am Montag 65. Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher 35'232 laborbestätigte Fälle.

Gleichzeitig meldete das BAG im Vergleich zum Vortag 17 neue Hospitalisationen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg um ein Oper auf 1705.

Eine Frau reagiert auf den Nasen-Abstrich während eines Corona-Tests.
Eine Frau reagiert auf den Nasen-Abstrich während eines Corona-Tests.
Foto: Andreu Dalmau/Keystone

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich 1019 infizierte Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne waren 2896 Personen, die mit Infizierten in Kontakt gewesen waren. Die Zahlen stammen aus 25 Kantonen und aus Liechtenstein. 12'020 Menschen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 791'725. Bei 5,3 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Etwas mehr Covid-App-Benutzer

Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik (BFS) vom Freitag lag die Gesamtzahl aller aktiven SwissCovid Apps am Donnerstag bei 1,22 Millionen – 20'000 mehr als am Mittwoch, Dienstag und Montag. Die Covid-App warnt Benutzer, falls diese engen Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten. Die App ergänzt das Contact-Tracing der Kantone, das die Infektionsketten zurückverfolgt.

Basler Pflegeheim meldet 15 Fälle von Covid-19

In einem Basler Alters- und Pflegeheim sind 15 Coronavirus-Fälle registriert worden. Die Zahl der aktiven Fälle ist seit dem 24. Juli von 15 auf 29 gestiegen. Das betreffende Heim habe die notwendigen Schutzmassnahmen eingeleitet, teilte das Basler Gesundheitsdepartement am Freitag in seinem Corona-Wochenbulletin mit.

In Quarantäne befinden sich derzeit 585 Personen, davon sind 555 Reiserückkehrende. Im Vergleich zu Donnerstag stieg die Zahl der Infizierten um 2. Die Zahl der bisher insgesamt 1054 Infektionen im Stadtkanton setzt sich zusammen aus 973 genesenen Personen, 52 Todesfällen und 29 aktiven Fällen.

«Die Situation ist anspruchsvoll. Das Gesundheitsdepartement bittet daher alle Baslerinnen und Basler, weiterhin achtsam zu sein und die Hygiene- und Verhaltensregeln einzuhalten», lässt sich der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen in der Mitteilung zitieren. Dies gelte insbesondere auch für Treffen und Partys am bevorstehenden 1.-August-Wochenende.

Kantone sind für 1000-Personen-Grenze bei Events

Die Mehrheit der Kantone spricht sich dafür aus, das Verbot von Veranstaltungen mit über 1000 Personen vorerst bis Ende Jahr zu verlängern. Das teilte die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) am Donnerstag mit.

Angesichts der steigenden Zahl von neuen Ansteckungen mit dem Coronavirus seien die kantonalen Gesundheitsverantwortlichen weiterhin für eine Regulierung von Grossveranstaltungen. Denn diese könnten massgeblich zu einer weiteren Verbreitung des Virus beitragen.

Auf der Grundlage der epidemiologischen Entwicklung solle im November über eine allfällige Verlängerung entschieden werden. Für eine Verlängerung spreche unter anderem die noch sehr labile epidemiologische Lage. Die Herbstmonate sollen laut GDK genutzt werden, um Erfahrungen mit grösseren Veranstaltungen mit mehreren Hundert Besuchenden zu sammeln.

Für einheitlichen Bewilligungsrahmen

Ein weiterer Vorschlag des Bundesrats – die ersatzlose Streichung der bundesrechtlichen Vorgaben zu Grossveranstaltungen ohne einen einheitlichen Bewilligungsrahmen per Ende August – wäre für die GDK keine Option. Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen hätten meist einen überregionalen Charakter.

Der dritte Vorschlag des Bundesrates – die Einführung einer Bewilligungspflicht auf kantonaler Ebene – würde aus Sicht der GDK vielschichtige Vollzugsprobleme nach sich ziehen.

Sollte sich der Bundesrat trotzdem für eine solche Bewilligungspflicht aussprechen, müsse der Bund in einer Verordnung Rahmenbedingungen setzen und zusammen mit den Kantonen sowie der Sport- und Kulturbranche schweizweit einheitliche und rechtsgleiche Bewilligungskriterien erarbeiten, forderte die GDK. Diese sollen eine einheitliche Umsetzung gewährleisten. (Lesen Sie dazu auch unseren Artikel: So will der Schweizer Fussball überleben.)

Die GDK will die Handhabung bei Super-League-Spielen beibehalten: Nicht mehr als 1000 Fans sind gestattet.
Die GDK will die Handhabung bei Super-League-Spielen beibehalten: Nicht mehr als 1000 Fans sind gestattet.
Foto: Anthony Anex (Keystone/26. Juli 2020)

Sorge wegen Verlusten von Spitälern

Sorge bereiten den kantonalen Gesundheitsverantwortlichen weiterhin auch die finanziellen Verluste, die durch den vom Bund angeordneten Behandlungsstopp in den Spitälern oder Pflegeheimen entstanden sind. Hier erwartet die GDK eine faire Regelung, bei welcher der Bund einen Teil mitträgt.

Nötig sei zudem eine kostendeckende Vergütung der Spitäler, Heime und Spitex, die aufgrund der Schutzmassnahmen Mehrausgaben auswiesen. Kantone und Krankenversicherer würden hier gemeinsam in der Pflicht stehen, hiess es.

News vom BAG

Die Covid-19-Pandemie hat die Schweiz weiterhin fest im Griff. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schlägt den Kantonen eine Harmonisierung der Massnahmen vor, etwa bei der Maskenpflicht.

Wir haben über die donnerstägliche Medienkonferenz live berichtet. Hier finden Sie den Bericht dazu: «Wir müssen jetzt handeln» – Masken sollen in Geschäften obligatorisch werden.

BAG meldet 220 Neuinfektionen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag innert einem Tag 220 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Damit ist ein markanter Anstieg zu beobachten.

Hier gehts zur Liste mit allen Ländern und deren Corona-Zahlen.

Am Mittwoch waren 193 neue bestätigte Fälle gemeldet worden. Am Dienstag waren es 132, am Montag 65, am Sonntag 110, am Samstag 148, am Freitag 154 und am Donnerstag 117. Insgesamt gab es bisher 35'022 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das BAG am Donnerstag mitteilte.

Bisher sind 1704 Menschen gestorben, die positiv auf die Atemwegserkrankung Covid-19 getestet worden waren, einer mehr als am Vortag. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet entspricht das 19,9 Opfern. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Donnerstagmorgen übermittelt haben. Insgesamt mussten seit Beginn der Pandemie 4312 Personen hospitalisiert werden, im Vergleich zum Vortag sind das acht mehr.

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung waren 958 infizierte Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne waren 3096 Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Die Zahlen stammen aus 25 Kantonen und aus Liechtenstein. 8912 Menschen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne. Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 784'786. Bei 5,3 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Besonders heftig ist die Entwicklung im Kanton Genf. Lesen Sie in diesem Artikel, warum die Zahlen im äussersten Südwesten der Schweiz in den letzten Tagen so stark angestiegen sind.

Lesen Sie auch: Die aktuellen Corona-Zahlen sind zu hoch, sagt Daniel Koch und warnt im Gespräch vor einem schwierigen Herbst. Was wäre zu tun? Antworten von «Mister Corona».

(sda/reuters/red)