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Rotweiss Thun scheidet ausMühlethaler setzt Ausländerinnen auf die Bank

Rotweiss Thun hat sich mit einer 17:30-Blamage gegen Spono Nottwil nach nur einem Spiel aus dem Europacup verabschiedet.

Laura Rotondo (Mitte) wurde früh vom Feld beordert.
Laura Rotondo (Mitte) wurde früh vom Feld beordert.
Foto: Patric Spahni

Nie wäre es für die Thunerinnen einfacher gewesen, endlich eine Runde im Europacup zu überstehen. Rotweiss Thun und Spono Nottwil entschieden sich dafür, das Schweizer Duell in der 2. Runde im EHF European Cup in nur einem Spiel auszutragen. Die Teams treffen in der nationalen Meisterschaft ja wohl mindestens sechsmal aufeinander. Die Innerschweizerinnen traten den Bernerinnen zudem das Heimrecht ab. Und dennoch scheiterte Rotweiss, und dies krachend. Die Oberländerinnen verabschiedeten sich mit einer 17:30-Niederlage aus dem internationalen Wettbewerb.

Die Taktik der beiden Teams war rasch erkennbar. Die Nottwilerinnen versuchten, mit schnellem Tempohandball die Gastgeberinnen unter Druck zu setzen. Diese wiederum versuchten, das Spiel zu verlangsamen. Diese Taktik der Thunerinnen ging allerdings nur in den ersten zehn Minuten auf. Danach gerieten die Einheimischen rasch ins Hintertreffen.

Nur Zumstein noch gefährlich

Die Kabinentür war bei Rotweiss vor Beginn der zweiten Hälfte lange zu, beim Stand von 10:14 bestand noch die Chance auf eine Wende. Die ausführliche Besprechung fruchtete jedoch nicht. Die eingewechselte Torhüterin Julia Kuslys verhinderte mit einigen Paraden vorerst noch einen grösseren Rückstand, die Abwehr vor ihr wurde immer brüchiger.

Laura Rotondo sass zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Bank. Nach ihrem zweiten Fehlwurf Ende der ersten Halbzeit war ihr Arbeitstag vorbei. Und auch Lucia Weibelova hatte nach fünf Fehlwürfen in der 40. Minute Feierabend. Mit Viktoria Murgovska beliess Coach Urs Mühlethaler wenig später auch seine dritte Ausländerin draussen. «Ich fordere von meinen Spielerinnen Leistung, und wenn sie diese nicht bringen, spielen sie nicht», begründete der Thuner Übungsleiter seine Entscheidungen.

So bestritten noch sieben Feldspielerinnen für Rotweiss die letzten zwanzig Minuten. Sponos Assistenz-Trainer Mirko Stadelmann hatte nach der Partie Bedauern mit den Thunerinnen. «Bei Rotweiss sind die Ausländerinnen noch nicht in Bestform. Am Schluss spielte nur noch Kira Zumstein gegen Spono», sagte er. Obwohl sie auf dem Zahnfleisch lief, ging von ihr die einzige Gefahr im Angriff aus.

Fünf Verletzte

Ob Mühlethalers Massnahme, seine Ausländerinnen auf der Bank zu belassen, für die nächsten Spiele Wirkung zeigen wird, ist offen. Dass sein Team fünf verletzungsbedingte Absenzen zu verzeichnen hat, mag teilweise als Entschuldigung durchgehen. Es gilt nun, den Fokus auf die Meisterschaft zu richten. In dieser steht am Samstag das Berner Derby gegen Herzogenbuchsee auf dem Programm.