Zum Hauptinhalt springen

Die unnötige Verzögerungstaktik der Fussballliga

Die Forderung der Liga, dass eine Bewillingungspflicht nur für Risikospiele gelten soll, ist Unsinn.

Die Swiss Football League gibt sich störrisch: Die Liga wehrt sich mit aller Kraft gegen die Pflicht zur Bewilligung von Sportveranstaltungen, welche die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren im Februar verabschiedet hatte. Eine solch generelle Bewilligungspflicht gehe zu weit, heisst es bei der Liga. Sie fordert, dass eine solche nur für Risikospiele gelten soll.

Diese Forderung der Liga ist Unsinn. Die Pflicht zur Bewilligung für Fussball- und Eishockeyspielen der beiden obersten Ligen ist der zentrale Punkt im überarbeiteten Hooligan-Konkordat. Es geht dabei nicht darum, Spiele zu verbieten. Die zuständigen Behörden erhalten mit der Bewilligungspflicht vielmehr ein wichtiges Druckmittel, um die Vereine stärker in die Pflicht nehmen zu können. Konkret heisst das: Wird eine Bewilligung an Auflagen geknüpft – Alkoholverbot, bestimmte Anzahl privater Sicherheitskräfte, bauliche Vorkehrungen –, können die verordneten Massnahmen für kommende Spiele verschärft werden, wenn die Bedingungen nicht eingehalten wurden.

Das ist keine Schikane, sondern dringend nötig. Denn bis jetzt haben die Sportklubs den Beweis nicht antreten können, dass sie das Geschehen in und um ihre Stadien im Griff haben. An der Unfähigkeit der Klubverantwortlichen, die Lage in den Griff zu bekommen, ändern auch die neuesten blumigen Ankündigungen der Liga nichts. Das gestern präsentierte 7-Massnahmen-Paket, welches unter anderem die Förderung der Fanarbeit und eine Verbesserung der Kommunikation vorsieht, tönt vielleicht gut, wird gewaltbereite Fans aber kaum beeindrucken.

Ganz anders sieht es aus, wenn behördliche Auflagen die Klubs und deren Fans nach Ausschreitungen empfindlich treffen. Die Aussicht auf leere Fansektoren oder drohende Geisterspiele werden selbst unbelehrbare Hooligans zur Zurückhaltung erziehen. So gesehen müssten die Klubs – und damit auch ihre Dachorganisation, die Liga – den Behörden für die Verschärfung des Hooligan-Konkordats dankbar sein. Unverständlich darum, dass sie es stattdessen vorziehen, in der Komfortzone zu verharren.

Mail: peter.jost@bernerzeitung.ch Diskussion: blog.bernerzeitung.ch/leserblog

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch