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Teenager trainiert für den WeltraumMars first!

Der amerikanische Teenager Alyssa Carson will als erster Mensch den Mars betreten. Gut möglich, dass ihr dies gelingen wird.

Alyssa Carson: Auf Twitter nennt sich die Amerikanerin bereits «Future Mars Walker», künftige Mars-Begeherin.
Alyssa Carson: Auf Twitter nennt sich die Amerikanerin bereits «Future Mars Walker», künftige Mars-Begeherin.
Foto: Ramon Monroy (Atonchile)

Alyssa Carson denkt weiter, grösser, verrückter als die meisten von uns. Carson, 19 Jahre alt, will der erste Mensch sein, der zum Mars reist. Und es sieht danach aus, dass ihr dieses Vorhaben gelingen könnte.

Carson hat den Wunsch zum ersten Mal mit drei Jahren verspürt. Damals schaute sie eine Folge von «The Backyardigans», einer amerikanischen Kinderserie. Die Hinterhofzwerge, die Hauptfiguren der Serie, besuchten den Roten Planeten. Alyssa Carson erfuhr von ihrem Vater, dass Menschen bereits auf dem Mond gewesen waren. Aber noch nie hat jemand den Mars betreten. Carson war fasziniert und empfand eine tiefe Neugier, eine Sehnsucht über die Welt hinaus. Der Traum ist mit dem Mädchen mitgewachsen, je grösser und älter Carson wurde.

Carson besuchte Space Camps, wo sie mit anderen Kindern Raumfahrtsimulatoren ausprobierte, Modellraketen bastelte, einen Astronautenanzug trug. Der Traum wurde zum Berufswunsch. «Ich habe auch über andere Berufe nachgedacht», sagte Carson in einem Interview. «Aber meine Gedanken gingen immer so: Ich gehe auf den Mars, komme zurück und werde Ärztin. Oder: Ich gehe auf den Mars, komme zurück und werde Präsidentin.» Der Mars kam vor allem anderen.

Als Carson 15 Jahre alt war, wurde sie beim «Project Polar Suborbital Science in the Upper Mesosphere» aufgenommen, einem spezialisierten Trainingsprogramm für Astronautinnen. Eine der grössten Herausforderungen sei die körperliche Anstrengung gewesen, sagte Carson. Sie musste sich etwa aus einem Gefährt befreien, das sich verschlossen unter Wasser befand, oder versuchen, im Weltraumanzug gegen eine Wasserströmung anzuschwimmen. Carson absolvierte das Programm mit Bestnoten. Sie war so begeistert, dass sie auch die Space-Camps der Nasa besuchte, der amerikanischen Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft. Sie ist wohl eine der jüngsten Möchtegern-Astronautinnen.

Zurzeit trainiert Carson mit einer Gruppe junger Astronauten, dereinst den Mars zu bereisen. Die Nasa will im Jahr 2030, spätestens 2033 eine Mission zum Mars schicken. Carson hofft, dass die Nasa auf sie aufmerksam und sie auswählen wird. Auf ihrem Twitterprofil nennt sie sich bereits: «Future Mars Walker», zukünftige Mars-Begeherin.

Alyssa Carsons Reise zum Mars ist auch ihre ganz persönliche Mission. Sie glaubt, dass Menschen inspiriert sein werden von der Möglichkeit, an einem anderen Ort als der Erde zu leben. Der Mars könnte eine zweite Erde werden, es gibt dort fliessendes Wasser. Carson, die Astrobiologie an der Universität in Florida studiert, sagt: «Und mit dem Mars hören die Entdeckungen nicht auf. Ich hoffe, dass die nächsten Generationen es schaffen werden, einen der Jupitermonde zu bereisen.» Es gebe noch viel über das Universum und das Sonnensystem zu lernen.

Die Fahrt durch den Weltraum würde sechs Monate dauern, die Astronauten würden 20 Monate auf dem Mars bleiben, die Rückreise ginge weitere neun Monate. Carson versucht, optimistisch über ein derart langes Fernbleiben zu denken: «Wenn jemand in einem anderen Land arbeitet oder Militärdienst macht, ist er jahrelang weg von seiner Familie und seinen Freunden. Lange wegzubleiben, ist etwas, das Menschen schon seit immer machen.»

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels stand, Carson sei die jüngste ausgebildete Astronautin. Um deutlich zu machen, dass Carson nicht als Astronautin arbeitet, haben wir jenen Satz ersetzt durch: «Sie ist wohl die weltweit jüngste Möchtegern-Astronautin.»

7 Kommentare
    Res B.

    Danke für die Korrektur.