«Trauffer ist auch in der Küche ein Entertainer»

Der Oberländer Unternehmer und Musiker Marc A. Trauffer hat gelernt, einen Schmorbraten zu kochen. Nicht bei irgendwem, sondern bei seinem ehemaligen Musikschüler.

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Martin Bürki@tinubuerki27

«Mein Unternehmerherz freut es gewaltig, dass ein junger Bursche wie ‹Dänu› dieses Wagnis eingeht.» Worte von Marc A. Trauffer, den die meisten als Musiker und «Alpentainer» kennen. Er selbst bezeichnet sich gerne auch als Unternehmer: In der dritten Generation führt er mittlerweile den Familienbetrieb Trauffer Holzspielwaren, berühmt für die «kleine gefleckte Kuh mit dem Glöcklein.»

Kürzlich also lud der Unternehmer Marc A. Trauffer seine Kaderleute zu einem Teamanlass ein: Gemeinsam nahmen sie in Aarberg an einem Kochkurs teil. Und hier kommt der «junge Bursche» ins Spiel: Daniel Fuchs, 28-jährig, gelernter Koch. Er und sein Kollege Thomas Schütz haben eine Küche ausgebaut, um dort Kochkurse veranstalten zu können.

«Das war schon lange ein Traum von uns», sagt Fuchs. Und Schütz ergänzt: «Noch ist es nur ein Hobby, aber wer weiss, vielleicht haben wir so irgendwann die Möglichkeit, nicht mehr Vollzeit arbeiten zu müssen.» Die beiden kennen sich aus der Zeit, als sie in Bern gemeinsam das Restaurant Eleven führten. Fuchs arbeitet inzwischen als Sous-Chef in einem Spital, jedoch vermehrt im administrativen Bereich, Schütz in der Einkaufsabteilung eines Seeländer Gemüsehändlers.

Heimat verbindet

Wie kommt es nun, dass es den erfolgreichen Trauffer aus dem Oberland ausgerechnet zu den Newcomern nach Aarberg verschlägt? Die Antwort auf diese Frage führt in die Zeit zurück, als der damalige Sänger der Band Airbäg an der Primarschule in seinem Heimatdorf Hofstetten als Musiklehrer aushalf. Und Daniel Fuchs bei ihm in den Unterricht ging.

«Persönlich getroffen haben wir uns danach eigentlich kaum mehr», sagt Trauffer. Aber wenn man aus einem «Dörfli» wie Hofstetten komme – die Gemeinde zählt keine 600 Einwohner –, breche der Kontakt nie ganz ab. Zumal Trauffer eine Zeit lang mit Fuchs' Vater im Gemeinderat politisierte.

Gemeinschaftserlebnis

«Ich koche gerne und habe auch schon ab und zu einen Kurs belegt», verrät Trauffer und spricht daher aus Erfahrung, wenn er sagt: «Bei den beiden war die Stimmung erfrischend locker. Oft wird es schnell lehrerhaft, ein bisschen oben herab. Bei ihnen aber haben wir uns mega wohl gefühlt, gleichwertig.»

Eine Bestätigung für die Kochprofis, denn sie stellen das Gemeinschaftserlebnis in den Vordergrund. Zwar wird in Gruppen gearbeitet, aber so, dass kaum jemand einmal warten muss, wie Daniel Fuchs erklärt: «Es ist nicht so, dass eine Gruppe nur das Dessert zubereitet und den Rest der Zeit tatenlos rumsitzt. Alle helfen allen.»

Ratatouille-Ravioli und Schmorbraten

Auf dem Menüplan stand an jenem Abend ein Viergänger, «Hausgemacht» lautete das Motto (siehe Kasten). Brot, Ravioli, Spätzli, Salatdressing, Baileysparfait – alles eigenhändig zubereitet. Es ist dies einer der Kurse, die das Kochduo regelmässig anbietet. Andere Themen – mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen – sind etwa Grillen, das Zubereiten von Wild oder aber für die ganz blutigen Anfänger das Zusammenstellen von Einkaufsbudgets und das richtige Lesen von Rezepten.

Anfänger waren Trauffer und Co. nicht, deswegen durfte sich der Firmenchef an einem Schmorbraten versuchen. «Wie sich herausgestellt hat, bin ich ein unglaubliches Talent dafür», lacht Trauffer. Und fügt hörbar stolz an: «Zuhause habe ich nun schon einmal einen Hirschschmorbraten zubereitet.»

Ein Talent für Schmorbraten ist nicht das einzige, was Fuchs und Schütz ihrem «Kochschüler» attestieren: «Er ist auch in der Küche ein Entertainer. Einmal jauchzte er laut los: ‹He Leute, ihr könnt nun alles versieben, der Hauptgang kommt gut.› Ein guter Typ!» Versiebt hat am Ende trotzdem niemand etwas. «Ich hätte keine Bedenken gehabt, die Speisen in einem Restaurant aufzutischen», beteuert Schütz.

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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