«079» wurde es nicht

Lo&Leduc gingen zwar nicht leer aus, doch die Auszeichnung zum Best Hit gab es nicht. Dafür machte Steff La Cheffe ihr Comeback perfekt. Auch sonst war Bern an den 12. Swiss Music Awards gut vertreten.

Lo&Leduc wurden als Best Group ausgezeichnet.

Lo&Leduc wurden als Best Group ausgezeichnet.

(Bild: Keystone)

Schon im Zug nach Luzern waren die Swiss Music Awards (SMA) ein Gesprächsthema, vom Bahnhof zum Kultur- und Kongresszentrum (KKL), wo die Musikpreise dieses Jahr zum ersten Mal verliehen wurden, führte eine regelrechte Glitzerkleidstrasse. Und diejenigen, die nur zum Promischauen angereist waren, kamen auf ihre Rechnung. Denn der neue rote Teppich war lang. Richtig lang.

So wurde etwa der Bieler Comebackmusiker Nemo, der sich vor einem Jahr mit vier Betonklötzen in die Kreativpause verabschiedet hatte und anlässlich der SMA auf die Bühne zurückkehrte, von einer grossen Menschenmenge bejubelt. Ebenso der Basler Sänger und ewige SMA-Leerausgeher Baschi, der mit seiner Freundin Alana Netzer anreiste. Der Berner Sänger Luca Hänni übrigens strahlte an der Seite seiner neuen Liebe Michèle, die er erst am Valentinstag erstmals auf Instagram vorgestellt hatte.

Am lautesten war das Geschrei allerdings, als die 17-jährige US-Popsängerin Billie Eilish im KKL ankam – mit silbergrauem Haar und in einer Art Strassenputzermontur. Das Multitalent trat später als einziger internationaler Act und grosses Highlight an der Show auf.

Grosse Überraschung

Während im Luzerner Saal des KKL zum ersten Mal die Seitenshow «SMA Live» stattfand, galt der Fokus im Konzertsaal hauptsächlich den Preisen. Den ersten räumten Lo&Leduc als Best Group ab. Für umso «paradoxer» hielt es Lo, dass er den Betonklotz allein entgegennahm. Doch er und Leduc hätten im Vorfeld per Los entschieden, wer an die SMA dürfe und wer in die Ferien gehen müsse. «Ich habe gewonnen», so Lo.

«Wir haben im Vorfeld per Los entschieden, wer an die SMA darf und wer in die Ferien gehen muss. Ich habe gewonnen.»Lo, von Lo&Leduc

Den Stein für den Best Hit musste das Berner Duo jedoch an den Latinosänger Loco Escrito abgeben. Dieser gewann, erstmals nominiert, sogleich einen Klotz für «Adiós» und dankte allem voran seiner «wunderschönen Mutter».

Und es gab noch einen weiteren Preis mit Berner Beteiligung: Die sechs Mütter der Gruppe «Härz», bei der eine Emmentalerin mitmacht, wurden in der Kategorie Best Breaking Act ausgezeichnet. Die Gruppe war durch einen Weihnachts-Werbesong bekannt geworden.

Mit drei Nominierungen war der Zürcher Mundartmusiker Bligg als kommerziell erfolgreichster Künstler des letzten Jahres ins 12. SMA-Rennen gegangen. Gewonnen hat er zwei davon – in den Kategorien Best Male Act und Best Album.

Kleine Überraschung

Die Zürcher Indie-Band Black Sea Dahu um Frontsängerin Janina Catherein gewann den von 144 Künstlerinnen und Künstlern verliehene Artist Award. Verkündet wurden die Neuigkeiten via Videobotschaft wiederum von einer Bernerin – der Sängerin Sophie Hunger. Sie übrigens ging in der Kategorie Best Female Act leer aus. Dieser Preis ging aber trotzdem in die Bundesstadt: an Steff la Cheffe. Womit der Bernerin mit ihrem Album «Härz Schritt Macherin» das Comeback nach einer fünfjährigen Schaffenspause geglückt ist.

Eine Überraschungsmeldung: Die Schaffhauser Band The Gardener & The Tree setzte sich in der Kategorie Best Live Act gegen Sophie Hunger und Zeal & Ardor durch.

Der Preis als SRF-3-Best-Talent ging an Marius Baer. Der Appenzeller Sänger, der schon als der Schweizer Joe Cocker oder Rag’n’Bone betitelt wurde, war sichtlich gerührt und wollte die Bühne fast schon vor dem Gruppenbild mit allen bisherigen Siegern dieser Kategorie (darunter Steff la Cheffe oder Nemo) verlassen.

Kein Quotenpreis für Sina

Bereits bekannt war, dass die Walliser Sängerin Sina als erste Frau in der SMA-Geschichte den Outstanding Achievement Award gewinnen würde. Ihre Freundin, die Aargauer SP-Ständerätin Pascale Bruderer, wollte dies in ihrer Laudation nicht mit Worten über Musik begründen. «Als Politikerin sollte man nicht über Dinge reden, von denen man nicht viel Ahnung hat», sagte sie. Und meinte, Sina habe den Preis aus ihrer Sicht dafür verdient, dass sie so «unglaublich echt» ist. «Sie spielt keine Rolle, sie ist einfach immer sie selber.»

Sina selber betonte, diesen Preis nicht als «Quotenpreis» entgegenzunehmen, sondern «als Symbol für die Zukunft aller Frauen in der Musik». Ihnen widme sie diese Auszeichnung.

Berner Zeitung

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