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Wenn Tablets zur Gefahr werden

Diese Computer sind inzwischen bei vielen Airlines Grundausrüstung und Gerät fürs Unterhaltungsprogramm. Der Trend birgt eine Gefahr, warnt die US-Behörde FAA.

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht bei den Akkus die Gefahr eines Kurzschlusses und damit eines Feuers an Bord.
Unter bestimmten Voraussetzungen besteht bei den Akkus die Gefahr eines Kurzschlusses und damit eines Feuers an Bord.
Gaetan Bally, Keystone

Schon länger haben Samsung, Apple oder Microsoft entdeckt, dass sich bei den Fluggesellschaften dankbare Abnehmer für ihre Tablets finden. Nicht nur Piloten und Flugbegleiter nutzen die Minicomputer. Immer öfter haben auch Passagiere die Möglichkeit, sich die iPads, Galaxy Tabs und Co. zu leihen und so das Unterhaltungsprogramm zu nutzen. Delta, El Al, Hawaiian Airlines, Jetstar, Scoot, TAP Portugal, Thai Airways, Qantas oder auch Skywork gehören zu den Anbietern, die den Passagieren diese Möglichkeit geben.

Und die dürften sich nicht besonders darüber freuen, was die amerikanische Aufsichtsbehörde Federal Aviation Administration (FAA) gemeinsam mit der Civil Aviation Authority of Singapore (CAAS) herausgefunden hat: Wenn Fluggesellschaften die Tablets in der Bordküche verstauen, kann das zu einem Feuerrisiko führen. Der Grund: Sie enthalten Lithium-Ionen-Batterien. Unter bestimmten Voraussetzungen, die unter anderem auch während eines Fluges gegeben sein können, besteht bei den Akkus die Gefahr eines Kurzschlusses. Daraus kann dann ein Brand entstehen.

Das Feuer kann fast unkontrollierbar werden

In Tests haben die FAA und die CAAS ausprobiert, wie sich ein mögliches Feuer in der Kabine ausbreiten würde, wenn die Geräte weiterhin so gelagert werden, wie es die meisten Airlines tun. Das Risiko eines Feuers kann sich offenbar erhöhen, wenn die Tablets, wie bei einigen Anbietern, während der Lagerung geladen werden. Die Tests ergaben, dass es bei einem Tablet-Brand zu einem so starken Feuer kommen kann, dass durch Rauch auch Löscharbeiten behindert werden könnten.

Fluglinien halten sich laut dem Fachportal «Runway Girl Network» bedeckt zum Thema. Qantas und Hawaiian Airlines erklärten immerhin, dass sie die Geräte nicht an Bord laden würden. Man habe mit den Behörden gesprochen und das als sichere Lösung identifiziert.

113 Zwischenfälle mit Lithium-Ionen-Batterien

113 Zwischenfälle zählte die amerikanische Luftfahrt-Sicherheitsbehörde FAA zwischen 1991 und 2010, die auf irgendeine Weise mit Lithium-Batterien zusammenhingen. Auch beim Absturz einer Boeing 747 von UPS im September 2010 wird vermutet, dass Batterien für ein Feuer an Bord und Rauchentwicklung im Cockpit verantwortlich waren. Das führte schliesslich zum Kontrollverlust.

Auch in der Fracht können die Batterien gefährlich werden. Erst kürzlich verlangten mehrere grosse Branchenteilnehmer, dass der Transport von Lithium-Batterien als Fracht verboten werden solle. Das Risiko sei inakzeptabel. Schon im vergangenen Jahr hat die International Civil Aviation Organization beschlossen, den Transport von Lithium-Metall-Batterien als Fracht an Bord von Passagierfliegern zu verbieten. Nun fordern die Unterzeichner des aktuellen Papiers, dass auch Lithium-Ionen-Batterien verboten werden. Verschiedene Airlines weigern sich bereits jetzt, die Fracht zu transportieren.

Aerotelegraph.com/Laura Frommberg

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