Victoria, die Reizende

Victoria Beckham ist seit zehn Jahren Designerin. Macht alles richtig, die Frau.

Hinter dem distanzierten Äusseren verbirgt sich eine heitere Person: Victoria Beckham.

Hinter dem distanzierten Äusseren verbirgt sich eine heitere Person: Victoria Beckham. Bild: Keystone

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Das muss man erst mal schaffen. Da heiratet der begehrteste Junggeselle der Welt, ein royaler noch dazu; die Braut ist eine amerikanische Schauspielerin, die das komplette britische Königreich entzückt – Prinz Harry und Meghan Markle. Es ist die Hochzeit, nein, das Event des Jahres; alleine in den USA verfolgen 29 Millionen Menschen das Spektakel am Fernsehen. Und worüber sprechen vor, während und nach der Trauung alle in den sozialen Medien? Über Victoria Beckham.

Weil sie ein zu dunkles Kleid getragen hat. Ein zu hochgeschlossenes. Ein zu ähnliches wie damals, als William und Kate heirateten. Und vor allem: Weil sie, passend zum trüben Outfit, ihre gewohnte Schnute zog. Es heisst, sie habe irgendwann ihr Lachen verloren, und niemand weiss, wieso. Victoria Beckham reizt wie kaum eine andere Person auf dieser Welt, von ein paar wenigen Ausnahmen mal abgesehen.

Gibt man ihren Namen bei Google ein, erscheinen fast wöchentlich Schlagzeilen über sie. Aktuell zum Beispiel folgende: «Peinlich! Victoria Beckham liefert sich im Netz Mega-Fauxpas» oder «Victoria Beckhams Roboter plaudert versehentlich Scheidung aus». Eine Aufregung folgt auf die nächste, wenn es nicht um sie geht, dann um ihre Familie: Sie lässt ihre siebenjährige Tochter Harper Mini-High-Heels tragen! Ihr Mann David gibt seinem Töchterchen einen Kuss! Auf! Den! Mund! Ihr Sohn Brooklyn geht angeblich fremd! Ein Grund zur Empörung findet sich bei Victoria Beckham immer.

Sie nimmt sich selber nicht allzu ernst

Dabei kann man der 44-jährigen Tochter einer Coiffeuse und eines Elektro-Ingenieurs eigentlich gar nichts vorwerfen, nicht einmal den Lätsch, den sie ununterbrochen zieht. Dahinter scheint nämlich eine überraschend heitere Persönlichkeit zu stecken, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Auch in den neusten Videos, die sie bei Instagram gepostet hat. Darin spielt sie sich als Diva auf – mal im Bademantel mit Frottee-Turban auf dem Kopf, mal im knallengen Spice-Girls-Lack-Catsuit, mal in ihrem eigenen Hochzeitskleid – und treibt damit Edward Enninful in den Wahnsinn, Chefredaktor der britischen «Vogue».

Natürlich nur zum Spass. Die beiden spielen damit auf Beckhams 10-Jahr-Jubiläum als Designerin an. Dafür liess sie sich vom Fotografen Jürgen Teller in einer übergrossen weissen Einkaufstüte ihres Labels «Victoria Beckham» ablichten, nur ihre Unterschenkel baumeln links und rechts heraus, in High Heels natürlich. 2008 hat Teller sie schon einmal für ein Foto in eine Einkaufstüte gesteckt; damals stand jedoch noch «Marc Jacobs» in schwarzen Lettern drauf.

Begabte Mama, begabte Kinder

«Victoria Caroline Beckham geborene Adams ist eine britische Sängerin, Songwriterin, Autorin und Designerin. Sie hat als Mitglied der Girlgroup Spice Girls und als Frau des britischen Fussballspielers David Beckham breitere Bekanntheit erlangt» steht in der ziemlich antiquiert wirkenden Wikipedia-Einleitung über sie. Als Teenie hatte sie beschlossen, Musikerin zu werden, mit 20 wurde sie zu Posh Spice, fünf Jahre später zu Mrs. Beckham.

Die Spice-Girls-Band hat sich 2011 aufgelöst, die Ehe der Beckhams hält bis heute, vier Kinder haben die beiden: Brooklyn (19), der Fotograf, das modelnde Tennis-Ass Romeo (16), Cruz (13), das Gesangstalent, und das quirlige Nesthäkchen Harper.

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Victoria hütet und zelebriert ihre Lieben wie einen Schatz. In der jüngsten britischen «Vogue» sind die Beckhams die Cover-Family. Ihr Instagram-Account ist quasi ein Liveticker eines glücklichen Familienlebens mit Freunden von Elton John über Eva Longoria bis Shaquille O'Neal.

Neue Kollektion an der Fashion Week

Das Ex-Spice-Girl oder die Ex-Spielerfrau ist Victoria Beckham schon lange nicht mehr und auch nicht die Mutti, die nebenher noch ein bisschen Mode macht, wie das so viele «Ex-Irgendwas» oder «Anhängsel von» tun. Belächelt wurde sie in ihren Anfängen als Designerin natürlich trotzdem. Heute nicht mehr. Ohne Talent und das richtige Gespür hätte sie es nicht einfach so in die «Vogue» geschafft. Anna Wintour sässe nicht einfach so in der Front Row, wenn Victoria Beckham in New York ihre Entwürfe zeigt. Den Respekt der Szene hat sie sich schon nach ihren ersten Kollektionen erarbeitet.

Ihre Ready-to-Wear-Mode ist im Gegensatz zu vielen anderen Designern tatsächlich tragbar, wenngleich sehr teuer. Ihre Sachen sind schlicht, in den Details aber dennoch auffällig, weit und doch schmal; es gibt breite Hosen, asymmetrische Röcke, enge Pullover, die gemusterten Kleider sind knöchellang, die Mäntel auch. Diesen Sonntag wird Victoria Beckham an der Londoner Fashion Week ihre neuste Kollektion vorstellen, wie immer zurückhaltend und bescheiden. Und vielleicht sogar mit einem Lächeln im Gesicht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.09.2018, 13:25 Uhr

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