Zum Hauptinhalt springen

Mehr Follower, mehr Jobs

Ein gut vernetzter Instagram-Account ist in der Modebranche genauso wichtig wie ein aufsehenerregendes Portfolio.

Im letzten Jahr hat das soziale Fotonetzwerk Instagram Konkurrent Twitter offiziell überholt: Instagram hat mittlerweile 300, Twitter 284 Millionen registrierte User. Und wer mehr User hat, ist der Chef, das zeigt sich auch in der Modebranche. So müssen Models seit einigen Saisons nicht nur bloss die richtigen Masse und tolle Jobs vorweisen. Immer mehr Agenten ­fragen an den Go-Sees (den ­kurzen Vorstellungsgesprächen ohne Einladung) und Castings (dem Treffen auf Anfrage) nach der Anzahl Instagram-Followern. Ist man ein wenig bekanntes Gesicht und mit zu wenig virtuellen Fans vorbeigekommen, könnte es passieren, dass der Job in weite Ferne rückt.

Models, die gar keinen Account vorzuweisen haben, gibt es kaum mehr. Denn die meisten Agenturen pochen bei der ­Karriereplanung ihrer Schützlinge nicht mehr nur auf (nun ja, wenn nötig) Runterhungern oder den Besuch von ­Fitnessstudios, sondern auch auf die Eröffnung eines Instagram-Accounts und regelmässige Posts von Selfies. «Wir verfolgen die Instagram-Tätigkeit der Girls, aber auf sehr lockere Weise», sagt Barbara Eberle, CEO der Zürcher Modelagentur Option. Eines der Models, das sich auf Instagram «übersexy und billig» präsentierte, habe man etwa darauf hingewiesen. «Damit sie sich ihrer Wirkung und der mög­lichen Konsequenzen ­bewusst ist.» Die Aargauerin ­Manuela Frey, die schon für Dior, Saint Laurent oder Dolce & Gabbana lief, bestätigt, dass Follower ein Thema sind: «Bei kommerziellen Jobs gibts das immer öfter.» In New York soll es Models schon passiert sein, dass sie auch für grosse High-Fashion-Shows wie etwa Calvin Klein nicht gebucht wurden, weil sie nicht mindestens 10 000 Follower vorzuweisen hatten.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.