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Good Lack für die Maniküre zu Hause

Wenn Zeit und Geld für den Nagelstudiobesuch fehlen, gibts Alternativen: Profimaniküre-Sets für zu Hause. Allerdings: Das ist nichts für Ungeübte und Ungeduldige.

Wie im Nagelstudio: Neu sind im Handel für Selbstlackiererinnen UV-/LED-Lampen für das Aushärten von Nagellack erhältlich.
Wie im Nagelstudio: Neu sind im Handel für Selbstlackiererinnen UV-/LED-Lampen für das Aushärten von Nagellack erhältlich.
Urs Baumann

Hände und Fingernägel sind die Visitenkarte einer jeden Frau. Nun denn, meine Visitenkarte ist ganz schön knittrig, stellenweise abgeknabbert. Und die einst leuchtend rote Farbe: unschön abgeblättert. Von diesen Händen sind Familienleben, Berufstätigkeit (also Zeitmangel) sowie Ungeduld und Pflegefaulheit deutlich abzulesen.

Doch gerade umklammern sie einen möglichen Rettungsanker – das Nagelpflege-Starterkit von Alessandro. Ein Maniküreset, das eine professionelle Nagelpflege für zu Hause verspricht. Solche Basisausstattungen, die neben Feile, Nagelhautstäbchen und anderen Instrumenten gar eine UV/LED-Lampe zum Aushärten des Lacks enthalten, sind seit kurzem im Handel erhältlich. Für alle, die genug vom herkömmlichen Splitterlack haben und für das Auftragen eines robusten, bis zu drei Wochen haltbaren UV-Lacks (siehe Kasten) keinen Maniküretermin vereinbaren wollen.

Blitzschneller Aufbau

Auf dem Küchentisch steht nun also zwischen abgebrannten Kerzen, Brotkrümeln und einer Tasse Kaffee ein kleines Nagelstudio. Blitzschnell aufgebaut und gemäss Anleitung easy zu handhaben. Letzteres ist gut zu wissen, denn die bisherige Selbstmaniküre beschränkte sich auf ein bisschen Knipsen, ein bisschen Feilen sowie husch-husch-mässigem Auftragen von stinknormalem Nagellack. Weil nach dem Pinseln aus Ungeduld meist viel zu früh Kleider gewechselt oder sonstige lackschädigende Tätigkeiten ausgeführt wurden, gehörten gewisse Unebenheiten ganz einfach dazu. Egal, nach zwei Tagen war der Lack eh abgesplittert.

Im Gegensatz dazu stehen zwei Nagelstudioerlebnisse. Die waren schön und die Resultate perfekt. Einfach nur hinhalten, quatschen, entspannen und mit wunderbar renovierten Nägeln herausspazieren – schade, dass solche Beautyauszeiten nur selten in den Tagesplan passen. Aber eben, dank all den neuen Profiprodukten kann man sein eigenes Nagelstudio quasi in der Badezimmerschublade einlagern. Was insofern praktisch ist, als sich dadurch nebst Zeit auch Kosten sparen lassen.

Für den heutigen Selbstversuch steht ein knallroter Striplac bereit. Aus Euphorie natürlich, weil der nicht abblättert und nach langer Haltbarkeit erst noch wie eine Klebeetikette von Hand abgezogen werden kann.

Aufwendiges Ritual

Es kann also losgehen: Erst die Nägel mit den beigelegten Reinigungspads sorgfältig säubern. Danach den sogenannten Twincoat aufpinseln, einen farblosen Unter- und Überlack, der vor Kratzern schützt und für Glanz sorgt. Das Verständnis für das aufwendige Auftragritual ist (noch) gross – zumal bei diesem ersten Schritt nicht viel schiefgehen kann. In der Anleitung steht zwar, dass auf die Haut gesudelter Twincoat sogleich mit dem Korrekturstift entfernt werden soll. Aber ach, dieses transparente Drüberhinaus sieht doch keiner.

Im Gegensatz zum roten Striplac, der mit rechts auf links aufgetragen noch einigermassen gut auf den Nägeln sitzt. Andersrum allerdings gibts ein Farbdesaster. Der Lack rinnt von den Nägeln, gerät gar darunter. Mit dem Korrekturstift wird die Sache nur noch schlimmer, denn jetzt erstreckt sich die Farbe über die instinktiv zu Hilfe genommenen Fingerbeeren und Kleenex-Tücher. Warum ist dieser Kacklack auch nur so flüssig? Das Schlimmste ist, dass sich durch das hilflose Korrigieren bereits wieder hässliche Furchen und patschige Fingerabdrücke im Lack verewigen – noch bevor dieser unter der Superlampe ordentlich aushärten konnte. Hilfe!

Zu zweit gehts wohl besser

Nur nicht entmutigen lassen: Es ist anzunehmen, dass sich dieses Szenario nur bei einer ungeübten und eher ungeschickten Selbstlackiererin abspielt. Ein Tipp also: Für die Maniküresession zu Hause unbedingt eine Freundin herbestellen. Zu zweit geht das Auftragen mit Sicherheit leichter. Und ganz nebenbei sind die minutenlangen Wartezeiten unter der LED-Lampe auch gleich viel kurzweiliger.

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