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Nachfrage nach Tschernobyl-Reisen steigt

Kuoni und andere Anbieter organisieren Exkursionen nach Tschernobyl. Die Katastrophe in Japan soll die Nachfrage danach weiter steigern. Greenpeace kritisiert das Angebot.

Touristenattraktion wegen Atomkatastrophe in Japan: Reaktor in Tschernobyl.
Touristenattraktion wegen Atomkatastrophe in Japan: Reaktor in Tschernobyl.
Gleb Garanich, Reuters

Während Helfer im Kernkraftwerk Fukushima gegen den drohenden Super-GAU kämpfen, besuchen Touristen Tschernobyl. Dies berichtet die «Sonntagszeitung» in ihrer heutigen Ausgabe.

Neben anderen Anbietern organisiere auch Kuoni zweimal im Jahr Exkursionen an den Ort des bisher schlimmsten Atomunfalls. Für die Reise im kommenden April hätten sich 18 Personen angemeldet. «Wegen der Atomkatastrophe in Japan dürfte das Interesse an den Tschernobyl-Reisen weiter steigen», sagt Peter Brun Sprecher gegenüber der «Sonntagszeitung».

Eine Million Besucher möglich

Nächstes Jahr findet in der Ukraine die Fussball-Europameisterschaft statt. Das Land hoffe auf das grosse Geschäft: Tschernobyl ist vom Austragungsort Kiew in einem Tagesausflug erreichbar. Das ukrainische Ministerium für Tourismus halte dereinst eine Million Besucher pro Jahr für realistisch. Im letzten Jahr hat die Sperrzone rund 10'000 Besucher angezogen.

Die touristischen Exkursionen seien eine Verharmlosung der Tschernobyl-Katastrophe, findet Florian Kasser von Greenpeace Schweiz: «Sie vermitteln das falsche Bild, die Lage hätte sich normalisiert.»

Kuoni selbst widerspricht dieser Einschätzung: «Die Teilnehmer erleben zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung durch Strahlung. Das sind keine Gaffer, sondern Leute, die sich für die Geschichte von Tschernobyl interessieren.»

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