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Unter #MeTwo berichten Tausende von alltäglichem Rassismus

Twitter-Nutzer solidarisieren sich mit Mesut Özil und erzählen, wie sie in Deutschland diskriminiert werden. Auch in der Schweiz melden sich Betroffene.

Özil und die «Erdogan-Affäre» – eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse. Video: Reuters

In Deutschland erleben etliche Menschen mit Migrationshintergrund jeden Tag Rassismus. Unter dem Hashtag #MeTwo berichten sie nun auf Twitter über Vorurteile und offene Anfeindungen, mit denen sie umgehen müssen. Es sind kurze Geschichten, die derzeit für Aufmerksamkeit im Netz sorgen. Ein junger Mann berichtet, dass er auf Anfragen bei Wohnungsportalen keine Antwort bekomme – seine deutsche Freundin bei den gleichen Angeboten hingegen sofort eine Rückmeldung erhalte.

Gestartet hat die #MeTwo-Aktion der Journalist Ali Can. Schon häufiger machte er auf Fremdenfeindlichkeit in Deutschland aufmerksam - unter anderem in seinem Buch «Hotline für besorgte Bürger». In einem Video des Web-Magazins Perspective Daily rief er nun dazu auf, von Diskriminierung im Alltag zu berichten. Dabei nimmt er auch Bezug auf Mesut Özil. Der Fussballer hatte sich bei seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft über Rassismus in Deutschland und dem DFB beklagt. Viele Menschen solidarisierten sich bereits mit Özil und unterstützen seine Kritik an der deutschen Gesellschaft.

Unerträgliche Situationen

#MeTwo will mit dem Titel ein Gefühl aufgreifen, dass auch Özil beschrieben hat. Er sprach von ‹zwei Herzen› - einem deutschen und einem türkischen. Viele, die sich nun äussern, fühlen ähnlich. Sie wollen zwei Kulturen leben. Durch die Twitter-Kampagne bekommt die Debatte um Özil eine neue Ebene: Es geht um mehr als einen Profifussballer, den DFB-Präsidenten und Politiker-Meinungen zu ihrem Schlagabtausch. Tatsächlich erleben Menschen mit Migrationshintergrund in ihrem Alltag hierzulande unerträgliche Situationen. Sie würden nicht in den Bus gelassen oder von den Eltern der Freundin unfair behandelt und führen das auf ihre Herkunft zurück, wie sie erzählen.

Einige Twitter-Nutzer sprechen offen über ihre Gefühle. Eine junge Frau erzählt, dass sie für das vietnamesische Essen ihrer Mutter in der Schule gehänselt worden sei. Doch sie habe sich nie getraut, daheim davon zu berichten.

Auch in der Schweiz melden sich Menschen, die im Alltag Diskriminierung erleben. Es geht etwa um Schalterbeamte, die Hochdeutsch zu sprechen beginnen, sobald sie es mit einem ausländisch klingenden Namen zu tun bekommen.

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