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«Mit mir stimmt etwas nicht»

Alle lästern in der Schule über den Lehrer, Cristina B.* aber sagt ihm ihren Ärger ins Gesicht. Später spürt sie als junge Frau: «Ich bin ­anders.» Als sie mit 34 Jahren die Diagnose ADHS erfährt, ist sie schon ziemlich erschöpft.

«Ich bin hyperpositiv und depro»: Cristina B.
«Ich bin hyperpositiv und depro»: Cristina B.
Beat Mathys

Es ist, als ob Cristina B.* (37) ihr Gegenüber gleich vorwarnen wolle, dass sie mit vollem Einsatz unterwegs sei. «Ich erzähle immer allen alles, ich bin viel zu ehrlich», sagt sie zur Begrüssung in einem Berner Quartierlokal und lacht.

Schon als Kind spürt sie: «Mit mir stimmt etwas nicht.» In der Schule motzen alle über den Lehrer. Sie aber sagt dem Lehrer als Einzige ihren Ärger ins Gesicht. Und trägt die Konsequenzen. Schule, das ist in ihrer Erinnerung, wie ihre Mutter mit ihr lernt, sie unter Druck setzt. «Du kannst das», sagt die Mutter. B. sitzt bis Mitternacht vor den Schulheften und scheitert am anderen Morgen dann doch am Test. Dann wächst jeweils ihr Zorn. Warum schreibt man «ging» nicht mit «ie»?, nervt sie sich. Und möchte sich über so eine doofe Regel sofort bei einer verantwortlichen Stelle beschweren.

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