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Mary Poppins und Schulterpolster-Inferno

Mit den Modeschauen von Marc Jacobs und Prouenza Schouler verzeichnete die «New Yorker Fashion Week» zwei Highlights.

Montagnacht waren alle Mode-Augen auf ihn gerichtet: Wie kleidet Marc Jacobs, das Alphatier der amerikanischen Modebranche, den kommenden Frühling und Sommer? Jacobs allerdings gab sich gelassen und wurde seinem Ruf als Verwandlungskünstler gerecht. Nichts war wie erwartet. Die eleganten, reduzierten Linien des aktuellen Herbstes - verschwunden, und ebenso die dunklen, zurückhaltenden Farben. Stattdessen präsentierte Jacobs eine sozusagen politische Kollektion - sehr farbig und sehr fraulich.

Jacobs, der Hillary Clintons Wahlkampf unterstützt hatte, liess sich für seine Kollektion von der Frauenbewegung inspirieren oder immerhin von der Zeit, da diese ihre Anfänge nahm, nämlich in den ersten zwei Dekaden des zwanzigsten Jahrhunderts.

Unter den Klängen von Gershwins «Rhapsody in Blue» defilierten Suffragetten-Röcke, Karoblusen, gefältelte Tuniken mit Schösschen. Die schmalen Taillen, ausgestellten Hüften und die Hüte von Stephen Jones erinnerten manche Beobachter an Mary Poppins, andere sahen Reminiszenzen an die goldenen Zwanziger. Die Show erntete Begeisterung.

Achtzigerjahre revisited

Die eigene Tochterlinie für das jüngere Publikum namens Marc by Marc Jacobs nahm Anleihen bei Jacobs Hauptschau. Zusammenfassen liesse sie sich mit der unpräzisen Bezeichnung «Alles geht» und «Mehr ist mehr», wobei Jacobs wahre Kunst darin besteht, aus diesem Mixmax dennoch eine eigene Handschrift zu destillieren.

Verhaltener wurde die Präsentation der modischen Thronfolger von Jacobs, dem Label «Prouenza Schouler» aufgenommen. Die beiden Designer Jack McCollough and Lazaro Hernandez liessen sich für ihre Kollektion von Künstlern wie Donald Judd und Robert Ryman inspirieren, entsprechend erinnerten ihre Formen an die Silhouetten der Vierzigerjahre – oder je nach Interpretation wieder einmal an die Achtziger. Schulterpolster – allerdings in abgerundeter Form, kombiniert mit Bleistiftröcken aus Seide mit aufgenähten Taschen, Jumpsuits und Overalls im Metallic-Look, grafische Muster und Volumen, Volumen, Volumen. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand aber die Accessoires-Kollektion, welche das Label erstmals vorlegte, darin gab es etwa puschlige Schlafzimmer-Slippers mit Absätzen oder weissrahmige Sonnebrillen.

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