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«Fast nicht bewohnbar»

Der Smog hält die chinesische Metropole Peking im Würgegriff. Während die Feinstaubbelastung neue Spitzenwerte erreicht, schweigt die Regierung. Selbst das Staatsfernsehen spart nicht mehr mit Kritik.

Atemmasken bereits ausverkauft: Passanten in Peking. (26. Februar 2014)
Atemmasken bereits ausverkauft: Passanten in Peking. (26. Februar 2014)
Reuters
Der Umweltverschmutzung den «Krieg» erklärt: Chinas Regierungschef kündigte an, dass rund 6 Millionen Autos von den Strassen Chinas verschwinden sollen (26. Februar 2014).
Der Umweltverschmutzung den «Krieg» erklärt: Chinas Regierungschef kündigte an, dass rund 6 Millionen Autos von den Strassen Chinas verschwinden sollen (26. Februar 2014).
/Jason Lee, Reuters
Die Regierung unterliess es jedoch, einen Notfall auszurufen.  (15. Februar 2014)
Die Regierung unterliess es jedoch, einen Notfall auszurufen. (15. Februar 2014)
Reuters
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Der verheerende Smog in Peking lässt die Verärgerung seiner 20 Millionen Einwohner über die Untätigkeit der Behörden wachsen. Gefährliche Luftverschmutzung hielt die Metropole am Sonntag den dritten Tag in Folge im Würgegriff.

Die extreme Schadstoffbelastung mache die chinesische Hauptstadt «fast unbewohnbar für menschliche Wesen», wurde in einer Studie der Akademie der Sozialwissenschaften in Shanghai jüngst festgestellt.

Kritik vom Staatsfernsehen

Der besonders gefährliche Feinstaub mit weniger als 2,5 Mikrometer Durchmesser (PM 2,5) überschritt seit Freitag mit Spitzenwerten von mehr als 500 Mikrogramm pro Kubikmeter das Zwanzigfache der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwerte.

Selbst das Staatsfernsehen kritisierte: «Die Regierung sollte sich nicht ihrer Verantwortung entziehen und die Augen vor dem Smog verschliessen.» Die Kritik löste eine Welle von verärgerten Kommentaren in sozialen Medien aus.

Obwohl im Oktober in Peking ein Aktionsplan mit Fahrverboten sowie der Schliessung von Industriebetrieben oder Schulen für schlimme Smogtage eingeführt worden war, ist seither nicht ein einziges Mal der Notfall ausgerufen worden. «Die Öffentlichkeit ist überzeugt, dass der Smog mehrere Male schlimm genug war, um eine behördliche Reaktion auszulösen», monierte selbst die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Kerry weibelt für mehr Umweltschutz

Auf politischer Ebene wird derweil Druck von den USA ausgeübt, dass in Asien mehr in den Umweltschutz investiert werden solle: Gemeinsam mit den grossen asiatischen Volkswirtschaften wollen die USA den Klimaschutz voranbringen. In China verständigt sich Aussenminister Kerry auf gemeinsames Handeln, in Indonesien warnt er vor der Gefahr der Erderwärmung.

US-Aussenminister John Kerry hat in Indonesien den Klimaschutz zu einer der wichtigsten Herausforderungen der Politik erhoben. Der Klimawandel sei die «beängstigendste» Massenvernichtungswaffe der Welt, und daher müsse dringend gehandelt werden, sagte er am Sonntag bei einer Rede in Jakarta. Am Vortag hatte er in China erfolgreich für einen gemeinsamen Kampf gegen die Erderwärmung geworben und die Regierung in Peking für eine engere Zusammenarbeit gewonnen.

Kritik an grossen Unternehmen

Bei seinem Vortrag in Indonesien ging Kerry mit Leugnern des Klimawandels hart ins Gericht. «Wir haben einfach keine Zeit, um ein paar lautstarke Interessengruppen die Debatte an sich reissen zu lassen», sagte er vor Studenten und ranghohen Vertretern aus Staat und Zivilgesellschaft. Dabei bezog er sich auf «grosse Unternehmen», die keinen Wandel anstrebten und kein Geld ausgeben wollten.

SDA/mrs

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