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«Es ist bei einer Entführung kein Nachteil, Schweizer zu sein»

Gabriella Barco Greiner wurde vor zwei Jahren von al-Qaida entführt. Gegenüber Redaktion Tamedia äussert sie sich zum traumatischen Erlebnis – und auch zur Verschleppung der Berner in Pakistan.

Frau Barco Greiner, was war ihr erster Gedanke, als sie von der Entführung des Schweizer Paares in Pakistan hörten?Es ist einfach nur schrecklich. Weil ich selbst entführt wurde, bin ich logischerweise darauf sensibilisiert. Ich verfolge andere Entführungen mit besonderer Aufmerksamkeit. Dabei ist wichtig: Jeder Fall ist anders und muss für sich betrachtet werden. Spekulationen sind fehl am Platz und erschweren höchstens die Verhandlungen. Ich hoffe einerseits, dass die beiden in wenigen Tagen wieder freigelassen werden. Damit würde die Chance steigen, dass sie danach den Vorfall besser verarbeiten können. Andererseits hoffe ich auch, dass sie nicht in die Hände al-Qaidas gelangt sind, denn das wäre der schlimmstmögliche aller Fälle.

Sie wurden selbst am 22. Januar 2009 in der Wüste von Mali von al-Qaida entführt. Wie spielte sich das ab? Ich möchte mich nicht im Detail dazu äussern. Ich kann nur sagen: Es ging alles sehr schnell. Es tobte gerade ein Sandsturm und wir wurden aus dem Hinterhalt überrascht. Plötzlich standen da bewaffnete Männer, es waren Schüsse zu hören und wenig später lag ich auf einem Pick-Up. Wir waren eineinhalb Tage unterwegs, ehe wir al-Qaida übergeben wurden.

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