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Eine weltweite Front gegen die Homo-Ehe

In Frankreich dürfen Homosexuelle neu heiraten und Kinder adoptieren. Brasiliens Justizrat sagte Ja zum Trauschein für Lesben und Schwule. Der Widerstand gegen die Homo-Ehe ist aber beidseits des Atlantiks gross.

Stehe für die klassische Familie ein: Eine Gruppe junger Frauen ziehen als Marianne mit Jakobinermütze durch Paris. (26. Mai 2013)
Stehe für die klassische Familie ein: Eine Gruppe junger Frauen ziehen als Marianne mit Jakobinermütze durch Paris. (26. Mai 2013)
Keystone
Heizten die Stimmung zusätzlich an: Mitglieder der rechtsextremen Partei GUD (Groupe Union Defense). (26. Mai 2013)
Heizten die Stimmung zusätzlich an: Mitglieder der rechtsextremen Partei GUD (Groupe Union Defense). (26. Mai 2013)
AFP
Werden regelmässig festgenommen: Zwei Frauen werden in Moskau während einer Demonstration für mehr Rechte für Homosexuelle von der Polizei abgeführt. (24. Mai 2013)
Werden regelmässig festgenommen: Zwei Frauen werden in Moskau während einer Demonstration für mehr Rechte für Homosexuelle von der Polizei abgeführt. (24. Mai 2013)
Keystone
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Eine Woche nach der offiziellen Einführung der Homo-Ehe in Frankreich haben in Paris erneut zehntausende Menschen gegen die Reform demonstriert. Die französische Polizei war in der Hauptstadt mit einem Grossaufgebot im Einsatz und erwartete etwa 200'000 Teilnehmer. Sie befürchtete Ausschreitungen gewaltbereiter Rechtsextremer, die bereits in den vergangenen Monaten bei Demonstrationen von Gegnern der Homo-Ehe randaliert hatten.

Zu der Demonstration hatte die Organisation namens Demo für alle aufgerufen, die seit Monaten gegen das Gesetz der Ehe für alle mobil macht. Das Gesetz, das Homosexuellen neben der Eheschliessung auch ein Adoptionsrecht einräumt, wurde Ende April vom Parlament endgültig beschlossen. Präsident François Hollande setzte die Reform am 18. Mai mit seiner Unterschrift in Kraft.

50 Menschen festgenommen

Bereits am Vorabend einer neuen Grossdemonstration gegen die kürzlich in Frankreich eingeführte Homo-Ehe sind in Paris 50 Menschen festgenommen worden. Wie die Polizei mitteilte, versammelten sich Gegner der Homo-Ehe am Samstagabend auf dem Boulevard Champs-Elysées. Sie ketteten sich an Metallabsperrungen an, die sie mitten auf der Strasse aufgebaut hatten. Als einige Demonstranten Rauchbomben abfeuerten, griff die Polizei ein und nahm sie fest. Dutzende weitere Gegner der Homo-Ehe protestierten am Strassenrand.

Insgesamt wurden nach Polizeiangaben 50 Menschen festgenommen. Ein Auto, in dem sich Masken, Spruchbänder und Rauchbomben befanden, wurde beschlagnahmt. Zu Gewalt kam es laut Polizei nicht.

Zehntausende demonstrieren in Rio

Auch auf der anderen Seite des Atlantiks gibt es eine breite Gegnerschaft der Rechte für Homosexuelle. In der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro haben Zehntausende evangelikale Christen gegen die Homo-Ehe und für den Schutz des traditionellen Familienbildes demonstriert. Nach Polizeiangaben zogen rund 100'000 Menschen durch die Strassen, bevor sie sich im Zentrum von Rio zu einer Kundgebung mit Gospelmusik und Gebeten versammelten.

Zu der Demonstration hatte der Dachverband der evangelikalen Gemeinden in Rio de Janeiro aufgerufen. Er reagierte damit auf eine Entscheidung der brasilianischen Justiz, welche der Eheschliessung zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren den Weg ebnete.

Justizrat umgeht Parlament

Der Nationale Justizrat hatte am 14. Mai eine Anweisung erlassen, wonach Behörden schwulen oder lesbischen Paaren den Trauschein nicht länger verweigern dürfen. Damit umging der Justizrat das Parlament, das seit Jahren zu keiner Entscheidung über die Homo-Ehe findet.

Gegen die Entscheidung des Justizrats kann vor dem obersten Gerichtshof Beschwerde eingelegt werden. In mehreren brasilianischen Bundesstaaten hatte die Justiz schon zuvor die Umwandlung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften in Ehen zugelassen.

SDA/kpn

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