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Diskriminieren mit der Bibel in der Hand

Die römisch-katholische Kirche verfolgt im Umgang mit der Homosexualität einen konservativeren Kurs als die Reformierten. Die sexuelle Orientierung entscheidet gar darüber, ob sich jemand für einen Posten eignet oder nicht.

Für mediales Aufsehen sorgte ein Basler Fall aus dem Jahr 2017, als einem Theologen der Stellenantritt als Spitalseelsorger verwehrt blieb – weil er in einer eingetragenen Partnerschaft mit einem Mann lebt.

«Die Tätigkeit als Seelsorger ist an die Missio, also die bischöfliche Beauftragung geknüpft», sagt Bruno Fluder, katholischer Theologe und Pressesprecher von Adamim, dem Verein schwuler Seelsorger Schweiz. «Nach wie vor können Homosexuelle keine solchen Ämter bekleiden.» Bei ehrenamtlichen Tätigkeiten stelle die sexuelle Ausrichtung aber grundsätzlich kein Hindernis dar.

Offiziell gibt es also keine Schwulen in Ämtern, die der Missio bedürfen. Und inoffiziell? Fluder sagt, das komme durchaus vor. «Manche Personen unterdrücken ihre sexuelle Orientierung, manchmal schaut auch niemand allzu genau hin.» Wie hoch das Mass an Diskriminierung ist, kann Fluder nicht abschätzen. «Das hängt vom personalen und regionalen Umfeld ab.» Manche Pfarreien seien sehr liberal, andernorts werde immer noch offen und mit der Bibel in der Hand gegen «Regenbogenmenschen» gehetzt.

Im Bistum Basel entstand 2017 mit bischöflichem Segen der Arbeitskreis ­Regenbogenpastoral. Auf der Website des Arbeitskreises heisst es, man wolle «alle Menschen in ihrem eigenen Sein als Geschöpfe Gottes» wertschätzen, Vorurteile und Diskriminierung abbauen und lesbische, schwule, trans-, bi- und intersexuelle Menschen seelsorgerlich begleiten.

«Das bedeutet offiziell, dass im ­Bistum Basel eine diskriminierende Haltung auch von Pfarreigremien nicht toleriert wird», sagt Theologe Bruno Fluder. Auf berufspolitischer Ebene aber handle das Bistum selber diskriminierend, wie der Fall des Spitalseelsorgers zeige. (gss)

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