Zum Hauptinhalt springen

Die «Revolution» im Baugewerbe

Auf dem Weg zum höchsten Gebäude der Welt ist Geschäftsmann Zhang Yue ein Erfolg gelungen: Der 200 Meter hohe «Mini Sky City» wurde in weniger als einem Monat errichtet.

Will seinen Traum vom höchsten Gebäude der Welt bald erfüllen: Der Chinese Zhang Yue in seinem Büro in Changsha. (31. Dezember 2013)
Will seinen Traum vom höchsten Gebäude der Welt bald erfüllen: Der Chinese Zhang Yue in seinem Büro in Changsha. (31. Dezember 2013)
AFP
Spatenstich bereits 2013: Leute warten auf die Eröffnungszeremonie für den Bau des «Sky City» in Changsha. (20. Juli 2013)
Spatenstich bereits 2013: Leute warten auf die Eröffnungszeremonie für den Bau des «Sky City» in Changsha. (20. Juli 2013)
AFP
Seit einigen Wochen steht der «Mini Sky City»: Das gut 200 Meter hohe Gebäude bei Nacht.
Seit einigen Wochen steht der «Mini Sky City»: Das gut 200 Meter hohe Gebäude bei Nacht.
Screenshot Youtube
1 / 6

Das Besondere am neuen Hochhaus mit dem Namen «Mini Sky City», das seit einigen Wochen in Changsha im Süden Chinas steht, ist von aussen nicht ersichtlich. Das Gebäude ist knapp über 200 Meter hoch, hat 57 Stockwerke und «wird wohl keinen Architektur-Preis gewinnen», wie die BBC schreibt. Dennoch hat es der Wolkenkratzer in sich: Er wurde in bloss 19 Tagen errichtet.

57 Stockwerke in 19 Tagen: Der Bau des Gebäudes in Changsha im Zeitraffer. Video: Youtube/Guardian Wires

Verantwortlich dafür ist der chinesische Geschäftsmann Zhang Yue mit seiner Firma Broad Group, der damit quasi seine Meisterprüfung abgelegt hat. Nun will er richtig hoch hinaus. Das «Mini» soll weg, «Sky City» nennt er seinen lange gehegten Traum: 220 Stockwerke, mit 838 Metern zehn Meter höher als das bisher höchste Gebäude der Welt, der Burj Khalifa in Dubai – und das alles in bloss sieben Monaten Bauzeit. Am Burj Khalifa wurde fünf Jahre lang gebaut.

Gebäude soll erdbebensicher sein

Ganz unbescheiden spricht Zhangs Firma in einer Broschüre von der «Revolution» im Baugewerbe. Diese soll durch die Technik der Broad Group ermöglicht werden: In Fabriken hergestellte Module machen den schnellen Bau möglich. Die Stahlteile sind bereits mit den nötigen Leitungen wie etwa Strom ausgestattet – und sollen komplett erdbebensicher sein. Zudem sollen die Teile gesundheitsgefährdende Partikel aus der Luft filtern, die in China ein besonderes Problem darstellen.

«Sky City» hat gemäss Zhang noch weitere Vorteile. «Die Leute leben und arbeiten im gleichen Gebäude und bräuchten deshalb keine Autos mehr», zitiert ihn die BBC. «Von der Wiege bis zum Grab gibt es alles, ausser einem Krematorium.»

Kritik von Professoren und Ingenieuren

An Zhangs Konzept gibt es auch Kritik: So sagt ein Professor, dass sich bei Bauwerken, die aus solchen Modulen bestehen, mit der Zeit Wasser zwischen den Teilen ansammeln könnte. Und ein Ingenieur weist darauf hin, dass die Module von Anfang an perfekt sein müssen und nicht während des Aufbaus noch verändert werden können.

Zhangs lässt sich dadurch nicht beirren. Sein Projekt stockt trotzdem. Der Spatenstich war schon lange ausgeführt, dann ging plötzlich nichts mehr – Papiere fehlten. Für Zhang Ausdruck der chinesischen Bürokratie, trotzdem bleibt er optimistisch. Im Februar sagte er, der Bau von «Sky City» könnte bereits Ende 2015 beginnen. Vielleicht hilft ihm «Mini Sky City», seine Kritiker zu überzeugen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch