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Das Problem mit Fleisch bleibt

Fleisch zu essen, fördert weder Krebs noch Diabetes. Die Tierhaltung bleibt aber problematisch.

Auch wenn Fleisch nicht ungesund ist, gibt es viele Gründe, den Konsum einzuschränken. Foto: iStock
Auch wenn Fleisch nicht ungesund ist, gibt es viele Gründe, den Konsum einzuschränken. Foto: iStock

Es kam Fleischgegnern in ihrer Argumentation natürlich entgegen, als man vor einigen Jahren feststellte, dass totes rotes Fleisch – allen vorweg von Rind und Schwein – der Gesundheit abträglich sei. Steaks und Koteletts in Unmengen verspeist, so hiess es, verursachten Krebs. Hoppla, das sass. Denn auch der hemmungslose Genuss hat seine Grenzen – dann nämlich, wenn man dafür früher ins Gras beissen muss. Jeder ist sich selbst der Nächste.

Karnivoren können nun aufatmen: Ein Team an der Dalhousie University in Halifax hat darlegen können, dass der Zusammenhang zwischen hohem Fleischkonsum einerseits, Karzinomen, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen andererseits vernachlässigbar ist.

Intakte Gesundheit, intaktes Gewissen

Rotes Fleisch schadet, so der aktuelle Stand der Debatte, dem individuellen Esser wenig. Klingt gut. Doch problemlos ist der Verzehr auf globaler Ebene noch lange nicht. Weil sich die Klimaerwärmung nicht wegdiskutieren lässt – sie ist weiterhin zu einem beachtlichen Teil auf Kühe zurückzuführen. Wie kann man im neuesten «European Food Trends Report» des Gottlieb-Duttweiler-Instituts nachlesen? Würden sämtliche dieser Wiederkäuer weltweit eine Nation bilden, stünde diese an dritter Stelle der Liste mit Verursachern von Treibhausgasen, gleich hinter China und den USA.

Ebenso muss über Massentierhaltung weiterhin debattiert werden. Denn so wie vielerorts Tiere gehalten werden – es ist der Lebewesen unwürdig. Rinder sind bis zur Schlachtung auf engstem Raum eingepfercht, sodass man ihnen prophylaktisch Medikamente verabreichen muss. Auch der Gestank in vielen industriell produzierenden Schweineställen sagt eigentlich alles.

Viele Aspekte des verantwortungslosen Fleischverzehrs bleiben unschön. Und darum bleibt es auch richtig, dass Fleischgegner weiterhin den Finger draufhalten, wenn jemand ohne Hemmungen zuschlägt. Denn: Nicht nur die Gesundheit sollte intakt sein, sondern auch das Gewissen.

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