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58 Tonnen Zwiebeln und viel Glühwein

Zwiebelzöpfe, wohin das Auge reicht, der Duft von Glühwein in der Luft und bunte Konfetti am Boden: Auch in diesem Jahr hat der traditionelle Zibelemärit Tausende Besucher in die Berner Altstadt gelockt.

205 Stände mit Zwiebeln, Gemüse und Obst: Ein Bauer hält einen kunstvoll geflochtenen Zwiebelzopf in der Hand. (26. November 2012)
205 Stände mit Zwiebeln, Gemüse und Obst: Ein Bauer hält einen kunstvoll geflochtenen Zwiebelzopf in der Hand. (26. November 2012)
Keystone

Schon in den ganz frühen Morgenstunden zog es die Menschen am Montag in die Gassen Berns. Denn die Verkäufe am Zibelemärit, der viel mehr ist als ein gewöhnlicher Markt, beginnen jeweils schon lange vor der offiziellen Markteröffnung um 6 Uhr.

Rund 58 Tonnen des Lauchgewächs standen am Montag insgesamt am Zibelemärit zum Verkauf, wie die Stadt Bern mitteilte. Die Rekordmarke von 59 Tonnen aus dem Jahr 2008 wurde also knapp nicht erreicht.

Insgesamt 627 Stände warteten auf die Besucher des Zibelemärits. Allein 205 Stände boten Zwiebeln, Gemüse und Obst an. Und selbstverständlich waren auch dieses Mal die Zwiebeln raffiniert zu Zöpfen, Kränzen oder Herzchen geflochten worden.

Für hungrige und durstige Besucher standen 145 Imbissstände oder Freilufttheken mit allerlei Leckereien bereit. Weitere 277 Stände boten Waren wie Souvenirs oder Kleidung an.

Konfetti und Plastikhämmerchen

Ebenfalls schon früh unterwegs waren Jugendliche, die einen Vorgeschmack auf die obligate Konfettischlacht vom Nachmittag gaben. Wer also nicht aufpasste, hatte sogleich eine Ladung bunter Papierschnipsel im Gesicht oder in der Kapuze.

Vor allem Kinder hatten ausserdem grosse Freude an den kleinen quietschenden Plastikhämmerchen, die seit langem zum Zibelemärit einfach dazugehören.

Marktgebiet ausgeweitet

Einige Neuerungen sollten die diesjährige Ausgabe des Zibelemärits noch attraktiver machen. In einigen Gassen gab es nur noch eine Reihe von Marktständen. Dafür gehörten neu die Spitalgasse und die Marktgasse zum Zibelemärit. Doch auch so kam es zum üblichen Gedränge in der oberen Altstadt. Die Besucher liessen sich kaum vom Nieselregen abschrecken.

Die Kantonspolizei Bern zog eine positive Bilanz. Sie hatte, wie in den Vorjahren, kaum intervenieren müssen und sprach von einem friedlichen Verlauf. An den Zibelemärit gelangen viele Besucher mit Extrazügen. Die Polizei zählte ausserdem 132 Reisecars, 26 davon aus dem Ausland.

Verschiedene Erklärungen

Der Traditionsanlass, der stets am vierten Montag im November stattfindet, zieht jeweils mehrere Zehntausend Menschen an. Eine Legende besagt, der «Zibeler» gehe auf den Stadtbrand von 1405 zurück. Als Dank für die Hilfe aus dem Kanton Freiburg hätten die Berner Freiburger Bauern erlaubt, im November ihre Zwiebeln in Bern zu verkaufen.

Laut dem Berner Historiker Rudolf J. Ramseyer ist der Zibelemärit eine Erweiterung der zweiwöchigen Berner Martinimesse, um Zwiebeln aus der Region Wistenlacherberg/Mont Vully FR zu sehen. Die Qualität der Zwiebeln aus dieser Region und die fröhliche Art der Verkäuferinnen haben den Martini-Gemüsemarkt aufblühen lassen.

SDA/cls

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