Was kochen?

In dieser Rubrik beantworten unsere Redaktorinnen und Redaktoren häufig gegoogelte Fragen.

Hunger, aber keine Ahnung, was auf den Tisch soll? Meist hat der Kühlschrank eine Antwort. Foto: Ayse Yavas (Keystone)

Hunger, aber keine Ahnung, was auf den Tisch soll? Meist hat der Kühlschrank eine Antwort. Foto: Ayse Yavas (Keystone)

Daniel Böniger@tagesanzeiger

Schön, wenn sich jemand diese Frage heutzutage überhaupt noch stellt. Denn eigentlich ist es ja so, dass die Sandwich-und-Fertigsalat-Fraktion mittags gehörig am Wachsen ist. Und auch derjenige Teil der Bevölkerung nimmt zu, der sich abends grad mal eine tiefgekühlte Pizza oder ein vorgefertigtes Hirschpfeffer mit Spätzli aufwärmen mag.

Nun gut, die Qualität bei Convenience-Food steigt – aber man gibt dennoch die Kontrolle darüber ab, was auf den Teller kommt. Wer dies verhindern möchte, dem bleibt bis heute nichts anderes übrig, als ein Gericht von Grund auf und mit ehrlichen Zutaten selber zu kochen. In der Tat, eine schöne Frage.

Aber ist sie bei Google wirklich am richtigen Ort formuliert? Denn eigentlich sollte man sie sich ja vor dem offenen Kühlschrank stellen. Dort liegen nämlich noch einige Rüebli, die sich klein geschnitten mit etwas Öl, Essig und Orangensaft in einen kleinen Salat verwandeln liessen. Daneben ein Stück weichgekochter Braten, der zerzupft und mit etwas Tomatensauce (oder notfalls Tomatenpüree aus der Tube) eine schöne Sauce zu den Teigwaren ergäbe, die noch vom Sonntag übrig sind. Wie man Lebensmittelreste sinnvoll verwertet, wie man Food-Waste verhindert – diesbezüglich helfen die gefühlt 187 Kochbücher herzlich wenig, die zu Hause im Gestell verstauben.

Ein Gericht geht immer, auch für Vegis

Ist der Kühlschrank erst mal leer, hat man die wahre Freiheit zu kochen, was man gern zubereiten möchte. Carte blanche, sozusagen. Sollte man jetzt vielleicht bei Google «Was kochen?» eintippen? Nein, denn die digitale Lebenshilfe wird kaum die aktuelle Jahreszeit beachten. Dass am Markt zurzeit grad wunderbare Maroni und Spitzkohl zu haben sind. Oder dass es Kürbissuppe schon gestern in der Kantine gab.

Es könnte sich lohnen, für solche Momente eine ganz persönliche Liste zu führen mit Gerichten, die einem gut von der Hand gehen und die man einfach gerne mag. Der Autor dieser Zeilen hat eine entsprechende Tabelle im Handy ständig dabei – und konsultiert sie auch des Öfteren.

Ein paar Zubereitungen gefällig, die dort stehen? «Kotelett mit frischem Krautsalat mit Speckwürfeli» etwa, oder «Apfelwähe». Und, bei den Kindern äusserst beliebt, «Hörnli mit Hackfleisch und Apfelmus». Nicht zuletzt – wenn noch ein paar Käseabschnitte übrig sind oder wenn Vegis als Gäste angekündigt sind und man Zeit haben möchte, um mit ihnen zu plaudern – «Gschwellti mit Käse».

Ja, geschwellte Kartoffeln mit Käse – das ist die wohl beste Antwort auf die schöne Frage.

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