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Endstation im Wassertal

Der Schweizer Michael Schneeberger hat sich in Rumänien um die Rettung der letzten Waldbahn bemüht. Er wurde zum Opfer des eigenen Erfolgs.

Zum Schluss musste er noch die Pressemitteilung verfassen: «Der schweizerische Verein ‹Hilfe für die Wassertalbahn› beschloss am 11. November 2012, seine Tätigkeit auf der rumänischen Waldbahn Viseu de Sus offiziell zu beenden.» Ein nüchternes Communiqué, das die mit dem Abschied verbundenen Emotionen nicht einmal erahnen lässt. Vereinspräsident Michael Schneeberger hat die Zeilen in seinem neuen Haus in der ungarischen Puszta verfasst. Vom Schreibtisch aus sieht er jetzt weites, flaches Land. Manchmal vermisst er den Blick auf die Hügel der Karpaten und das schäumende Wasser eines rumänischen Gebirgsbachs. Aber in Rumänien, sagt der 55-jährige Berner, «hat es keinen Spass mehr gemacht».

Über zehn Jahre lebte Schneeberger in der rumänischen Kleinstadt Viseu de Sus, weit im Norden des Landes, nahe der ukrainischen Grenze. Zusammen mit Gleichgesinnten hat er eine alte Schmalspurbahn gerettet und eines der heute bekanntesten Tourismusprojekte des Landes aufgebaut. Der Abschied von Rumänien fiel dann allerdings ganz anders aus als erhofft: nicht in Harmonie, sondern im Gefühl, ausgebootet worden zu sein. Im heutigen Rumänien «regieren Neid und Gier», sagt Schneeberger.

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