Zum Hauptinhalt springen

Das Glück liegt im Urwald

In jungen Jahren zog Beni Ammeter auf der Suche nach einem besseren Leben von Interlaken nach Südamerika. Heute können Touristen im ecuadorianischen Dschungel seinen Traum erleben.

Von Andrea Freiermuth

Lautlos gleitet das Kanu durch die Lagune von Pilchicocha. Aus den Baumwipfeln am Ufer hallt ein Geräusch, das an Windböen vor einem Sturm erinnert. Seltsam: Das Wasser, schwarz wie ein Moorsee, ist spiegelglatt; die Luft, feucht wie in einem Dampfbad, steht still. Später werden wir erfahren, dass dieses sonderbare Rauschen nicht etwa einen Wetterumschwung ankündigt, sondern nichts anderes ist als der Balzruf der Brüllaffen.

Wir sind im ecuadorianischen Urwald, zweieinhalb Bootsstunden von der nächsten Strasse entfernt. Vom Ufer des Rio Napo, eines Nebenflusses des Amazonas, sind wir über einen Pfad zum Bootsanleger der Lagune gelangt. Bald werden wir den Steg der gegenüberliegenden Seite erreichen. Dahinter, gut verborgen im dichten Grün, liegt sie: die Sacha Lodge – der Traum, den sich Beni Ammeter aus Interlaken im Amazonas­becken realisiert hat. Beni wurde das Glück nicht in die Wiege gelegt, er wuchs mehrheitlich in Kinderheimen auf. Gerne wäre er Architekt geworden, sein Vormund schickte ihn aber in eine Schneiderlehre. 1963, im Alter von 24 Jahren, reiste er unter dem Vorwand, einen entfernten Verwandten in Argentinien zu besuchen, nach Südamerika.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen