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Berner DerbyLangnau schiesst den SCB ans Tabellenende

Die SCL Tigers bezwingen den SC Bern mit 4:3. Damit beenden die Emmentaler ihre Niederlagenserie – und schiessen den Rivalen ins Elend.

Bild mit Symbolcharakter: Die SCL Tigers (Yannick Blaser, rechts) bodigen den SCB (Simon Moser) und lösen sich damit vom letzten Platz.
Bild mit Symbolcharakter: Die SCL Tigers (Yannick Blaser, rechts) bodigen den SCB (Simon Moser) und lösen sich damit vom letzten Platz.
Foto: Christian Pfander 

30. Dezember 2020, 22.04 Uhr. Der SC Bern ist Letzter der National League.

Es ist ein historischer Moment. Noch nie seit Einführung des Playoff 1985/1986 befand sich der SCB zu diesem Zeitpunkt der Saison am Tabellenende. Und was die meisten Berner Fans noch ein bisschen mehr schmerzen dürfte: Es sind ausgerechnet die SCL Tigers, die dem grossen Rivalen die rote Laterne andrehen. In einem lange Zeit dürftigen Derby gelingt Anthony Huguenin in der 59. Minute und zum Abschluss eines spektakulären Schlussdrittels der 4:3-Siegtreffer.

Jugend forscht beim SCB

Natürlich, es gilt aus Berner Optik die besonderen Umstände zu berücksichtigen. Am Montag erst durften sich die Spieler aus der zehntägigen Quarantäne begeben. Jene Akteure, die sich nun mit dem Coronavirus infiziert haben, fehlen weiterhin. Entsprechend nimmt der SCB das Derby mit einem ungewohnten und vor allem unerfahrenen Kader in Angriff. Gleich drei Junioren debütieren in der National League, dazu kommt Olten-Leihgabe Janis Elsener zum Einsatz.

Und trotzdem: Was die Berner in der Ilfishalle zeigen, ist über weite Strecken sehr schwach. Beispiel gefällig? Nach 38 Minuten verzeichnet der SCB die erste nennenswerte Chance, als Jan Neuenschwander die Scheibe gefährlich ablenkt. Zu diesem Zeitpunkt führen die Langnauer bereits 1:0 (Julian Schmutz, 5.). Gemessen an den Spielanteilen muss man sagen: nur 1:0.

Spektakel im Schlussdrittel

So gehaltsarm das Geschehen während 40 Minuten ist, so spannend wird es im letzten Drittel. Innerhalb von 45 Sekunden geht der SCB durch Vincent Praplan und Thierry Badermit seinem ersten Tor für die Bernerin Führung. Besonders bemerkenswert: Die beiden Treffer fallen in Überzahl, in welcher der SCB so harmlos wie kein anderes Team ist. Aber: Die Langnauer Antwort darauf folgt postwendend. Flavio Schmutz egalisiert das Skore nach schöner Vorarbeit von Toms Andersons.

Worauf das Rösslispiel erst recht Fahrt aufnimmt. Zuerst sind es wieder die Berner, die durch Alain Berger vorlegen (51.), ehe Alexei Dostoinow 58 Sekunden später der Ausgleich gelingt. Und es kommt aus Emmentaler Optik noch besser, weil Huguenin in der 59. Minute mittels sehenswerter Abnahme in der Luft das 4:3 gelingt. Man kann nur erahnen, was nun in einer proppenvollen Ilfishalle los wäre. So aber ist es der Langnauer Athletikcoach Nik Hess, der mit einem Kurzsprint über die Tribüne den Siegtreffer allein zelebrieren muss.

Mit dem zweiten Derbysieg in dieser Saison beenden die SCL Tigers ihre Serie von sechs Niederlagen in Folge. Und: Sie stürzen den SCB noch tiefer ins Elend.

6 Kommentare
    Hans Zürcher

    An C Streit

    In der Verfassung wo der SCB im Moment ist, ist ja nicht sicher das er eines der vier Spiele wo er weniger hat auch gewinnt ? Vielleicht wird es ja dann mit 10 Ausländer besser ??????