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Zwischen Opernhaus und Stahlfabrik

Der Schweizer Fotograf Kurt Blum machte Reportagen, Porträts und Industriefotografie. Die Fotostiftung Schweiz in Winterthur widmet ihm eine Ausstellung.

Stahlwerke Cornigliano, Genua, 1959
Stahlwerke Cornigliano, Genua, 1959
© Kurt Blum / Fotostiftung Schweiz
Alberto Giacometti, Paris 1954
Alberto Giacometti, Paris 1954
© Kurt Blum / Fotostiftung Schweiz
Lichtzeichnung (Selbstporträt), 1986
Lichtzeichnung (Selbstporträt), 1986
© Kurt Blum / Fotostiftung Schweiz
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Vor seiner Kamera standen bekannte Künstler wie Pablo Picasso und Mark Rothko genauso wie unbekannte Arbeiter neben ihren Maschinen. Kurt Blum, geboren 1922 in Bern und gestorben 2005 ebenda, behandelte sie alle gleich. Stets liess er sich vom eigenen, subjektiven Blick lenken und versuchte trotzdem, seinem Gegenüber gerecht zu werden.

Nach einer Fotografenlehre in Bern arbeitete er als Fotograf bei der Schweizerischen Landesbibliothek, bevor er sich selbständig machte. Ab den 1950er-Jahren realisierte er verschiedenste Projekte: Seine eigenen künstlerischen und experimentellen Arbeiten finanzierte er durch Auftragsarbeiten und Reportagen. Unter seinen Kunden waren die Swissair wie auch Industriekonzerne, seine Bilder erschienen in Blättern wie «Du», NZZ oder «Weltwoche».

Sensible Fotografie

Kurt Blum sah sich als Künstler, der in der Fotografie ein eigenständiges künstlerisches Medium sah. «Sensible Fotografie» wollte er laut Eigenwerbung machen, nicht nur die Realität abbilden, sondern der bewusst gestalteten Fotografie einen persönlichen Ausdruck geben. Dies brachte er sowohl in seine eigenen Projekte wie in Reportagen und Auftragsarbeiten ein. Er meinte einmal: «Ich fühle mich glücklich, wenn ich optisch kreieren kann, sei es in der Fotografie, im Film oder in der Buchgestaltung.»

Er bewegte sich zwischen Boheme-Leben und dem Alltag der einfachen Leute, zwischen Opernhaus und Stahlfabrik: Kurt Blum porträtierte sowohl die Kunstszene in der Schweiz und in Paris und ihre Protagonisten wie auch Arbeits- und Lebenswelten der einfachen Leute. Er machte Bilder auf Reportagereisen in Europa oder Pakistan und experimentierte mit Licht und Schatten. Später wandte er sich auch den bewegten Bildern zu und drehte einige Experimentalfilme.

Mit der Ausstellung «Gegenlicht» holt die Fotostiftung Schweiz eine Gesamtschau von Blums Werk nach, die es zu Lebzeiten nicht mehr gab. Gezeigt werden 178 Bilder aus fünfzig Jahren von der ganzen Welt. Neben wenigen Neuabzügen handelt es sich vor allem um Vintage-Prints, die Blum selber für Ausstellungen gemacht hatte. Ausserdem sind Kontaktabzüge, Buchmaquetten und andere Dokumente aus dem Kurt-Blum-Archiv zu sehen, das von der Fotostiftung Schweiz betreut wird. Zur Ausstellung erscheint im Limmat Verlag ein Buch mit zahlreichen Abbildungen und vertiefenden Essays.

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