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«Werktreue interessiert mich nicht»

Die Bühnensaison hat begonnen: Ein Gespräch mit Schauspielhaus-Intendantin Barbara Frey über ihr Publikum, spannende neue Stücke und die Zeitlosigkeit von Henrik Ibsen.

Frau Frey, wie heisst das spannendste Stück, das Sie bisher in der jungen Saison gesehen haben? Als Gastgeberin sollte ich mich natürlich etwas zurückhalten, aber wenn ich einen Tipp abgeben muss, dann nehme ich Sebastian Baumgartens Interpretation der «Heiligen Johanna der Schlachthöfe». Eine spannende Arbeit; Baumgarten gelang es, den doch sehr spröden Brecht zu musikalisieren, die vereinzelten Revue-artigen Ansätze herauszuarbeiten und zu vergrössern. Hat mir gut gefallen.

Wie reagiert das Publikum auf Ihr neues Programm? Gut! Wir bekommen viele Zuschriften, das Echo ist gross. Ein Spezialfall ist unsere «Genesis»-Inszenierung, die etwas weniger stark nachgefragt wird als andere Stücke. Hier bemerke ich eine gewisse Scheu vor längeren Veranstaltungen – eine Scheu, die mir in Zürich immer wieder auffällt.

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