Zum Hauptinhalt springen

Ohne Erinnerung und Liebe

Sie handelt vom Vergessen, und sie wurde vergessen: Bohuslav Martinus surrealistische Oper «Juliette». Nun wird sie im Zürcher Opernhaus in einer rundum gelungenen Aufführung rehabilitiert.

Sie lacht über ihn mit der Grausamkeit einer Frau, die nicht weiss, was sie anrichten kann: Juliette (Annette Dasch) und Michel (Joseph Kaiser). Foto: Monika Rittershaus
Sie lacht über ihn mit der Grausamkeit einer Frau, die nicht weiss, was sie anrichten kann: Juliette (Annette Dasch) und Michel (Joseph Kaiser). Foto: Monika Rittershaus

Er sei komplett desorientiert, singt Michel, und man kann es ihm nicht verdenken. Da ist er doch soeben mit dem Zug in einem französischen Städtchen angekommen, und nun behaupten die Bewohner, es gebe hier gar keinen Bahnhof. Der Kommissar ist plötzlich als Briefträger unterwegs und weiss nichts mehr von Michels Verhaftung. Und dann ist da jene junge Frau, in die er sich unsterblich verliebt hat, als sie an einem offenen Fenster stand; für sie ist er ins Städtchen zurückgekehrt, und sie empfängt ihn, als hätte sie auf ihn gewartet – aber ihren Namen will sie ihm nicht nennen, «wir sehen uns ja zum ersten Mal».

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.