Komplizen wider Willen

«Polizeiruf 117» ist eine humorvolle Mundartkomödie, die durch viel Sprachwitz besticht. In den Hauptrollen zu sehen sind Beat Schlatter als überkorrekter Polizist und Andrea Zogg als Einbrecher mit Charme.

Teilen sich die Zelle: Gauner Richard Graber (l.) und Polizist Alois Keller. pnb

Teilen sich die Zelle: Gauner Richard Graber (l.) und Polizist Alois Keller. pnb

Jacqueline Graber

Das Büro ist verwaist, als das Telefon klingelt. Der Anrufbeantworter springt an: «Sie sind mit der Stadtpolizei Zürich verbunden. Im Moment sind alle unsere Mitarbeiter besetzt.» Nachdem der besorgte Anrufer seine Nachricht auf ein Band gesprochen hat, betritt Hauptwachtmeister Alois Keller (Beat Schlatter) den menschenleeren Raum. Im Schlepptau hat er Richard Graber (Andrea Zogg), den er nach einem Einbruch in einem Pelzgeschäft verhaftet hat.

Die beiden Akteure spielen die Hauptrollen in der sprachwitzigen und unterhaltsamen Mundartkomödie «Polizeiruf 117», welche am Samstagabend im Rahmen der 12. Burgdorfer Krimitage in der Markthalle aufgeführt wurde.

Weil alle städtischen Gefängniszellen belegt sind, muss Alois Keller den Einbrecher bei sich auf dem Rathausposten in Zürich behalten. Doch auch diese Zelle ist bereits besetzt. Und zwar nicht von einem Kriminellen, sondern von Keller selber.

Keller, ein überkorrekter Polizist, der seit über dreissig Jahren den Rathausposten führt, befindet sich mitten in einem wüsten Scheidungskampf und haust seit dem Rauswurf durch seine Frau in der Zelle. Diese hat er mit einer Kochnische, Pflanzen und einem Bett ausgestattet. Nun muss er seine Behausung mit dem Gauner Richard Graber teilen. Und als ob Keller nicht schon genug Sorgen hätte, soll der Polizeiposten nun auch noch den städtischen Sparmassnahmen zum Opfer fallen und geschlossen werden.

Viel Heimlichtuerei

Kompliziert wird die Geschichte auch dadurch, dass die Arbeitskollegin von Keller, die Polizei­beamtin Renate Strittmatter (Regula Imboden), nichts von dem heimlichen Wohnort ihres Chefs wissen darf. Und dann ist auch noch die Frau des charmanten Einbrechers Richard Graber. Sie wiederum darf nicht erfahren, dass ihr Mann erneut auf die schiefe Bahn geraten ist.

Ehemalige Schulkollegen

Inmitten des Tumults werden Keller und Graber, die schon zusammen die Schulbank gedrückt haben, zu Komplizen wider Willen. Der Verbrecher meint nämlich, eine Idee gefunden zu haben, wie der Polizeiposten gerettet werden könnte.

Zudem führt er den Polizisten zur Erkenntnis, dass die Ladenbesitzer an der Zürcher Bahnhofstrasse ihm jeweils nach einem Einbruch viel mehr Ware als gestohlen meldeten, als tatsächlich abhanden­gekommen war. Doch trotz allen Verwirrungen, Betrügereien und Diebstählen schliesst das muntere, rund zweistündige Mundartstück mit einer Art Happy End.

Berner Zeitung

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