Bretter, die den Knast bedeuten

In Moskau hat der Prozess gegen den Theaterregisseur Kirill Serebrennikov und seine Mitangeklagten begonnen.

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov vor dem Betreten des Gerichtsgebäudes in Moskau.

(Bild: Alexander Zemlianichenko (Keystone))

Julian Hans@juli_anh

Nein, sagt Kirill Serebrennikov, als die Richterin Irina Akkuratowa ihn nach der Anklageverlesung fragt, ob er verstanden habe, was ihm zur Last gelegt wird. «Nein. Die Worte verstehe ich, aber den Sinn kann ich nicht begreifen.»

Es wirkt, als sprächen die Parteien an diesem ersten Tag der Hauptverhandlung im Saal 433 des Moskauer Meschtschanski-Gerichts von völlig verschiedenen Dingen. Erst referiert der Staatsanwalt in seiner Anklageverlesung über anderthalb Stunden alle Details der Buchhaltung des Theater-Projekts «Plattform» aus über drei Jahren. Eine nicht enden wollende Reihe aus Ziffern und Überweisungsnummern, die alle auf eines hinauslaufen: Serebrennikov habe mit den Mitangeklagten Sofia Apfelbaum, Alexej Malobrodskij und Jurij Itin 2011 das Projekt «Plattform» nicht mit dem Ziel geschaffen, Theater zu machen.

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