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The Inspired Tackers: Sogar Amerika liebt ihren Indie Ska

In der Region haben sich The inspired Tackers bereits eine kleine, aber treue Fangemeinde erspielt – nun wurde die Band auch in Amerika erhört. Am Samstag spielen die Solothurner ihren Indie-Ska im Cotton Club Gerlafingen.

Sie brechen auf zu neuen Ufern – vielleicht: The Inspired Tackers mit Bandleader Emanuel Hammer (rechts).
Sie brechen auf zu neuen Ufern – vielleicht: The Inspired Tackers mit Bandleader Emanuel Hammer (rechts).
zvg/N. Tirro

The Inspired Tackers betraten vor fünf Jahren gleich mit einem Paukenschlag die regiolnale Musikszene: Mit ihrem ersten Konzert gewannen sie 2005 gleich den Together-Musikcontest in Luterbach. Dies, obwohl sie mit ihrer Musik eigentlich fast ein Jahrzehnt zu spät sind.10 Jahre zu spät? Vor zehn Jahren war Solothurn die Ska-Hochburg der Schweiz. Die Musik mit dem lüpfigen Offbeat, der sogar so manchen Tanzmuffel zumindest zum Wippen bringt, war damals fast so angesagt wie heute Hip Hop oder Indierock. Heute ist die Skaszene sehr viel kleiner als Ende der 90er-Jahre. Früher liessen sich mit Skabands noch problemlos die grossen Hallen füllen, während heute solche Konzerte grösstenteils in kleineren Lokalen über die Bühne gehen. Gefragt, warum er mit seiner Band die Musik spiele, die heute nur wenige Leute in die Clubs lockt, betont Emmanuel Hammer, der Kopf der Inspired Tackers: «Für uns steht in erster Linie der Spass im Vordergrund, und nicht der Erfolg», wobei er sogleich hinzufügt: «Wir machen aber heute sowieso nicht mehr den klassischen Ska-Punk, wie wir ihn früher spielten.» The Insperd Tackres seien rockiger geworden. Rock trifft Ska«Eigentlich spielen wir Rock mit Bläsern, deshalb nennen wir unseren Stil Indie Ska.» Für Ska-Puristen dürfte das eine Sünde sein, doch damit können die Solothurner leben. «Vonuns verkehrt eigentlich niemand wirklich in der Skaszene. Alle Bandmitglieder haben einen völlig unterschiedlichen musikalischen Hintergrund, der in unserem Sound durchschimmert.»Der Stil, den die Solothurner selber erfunden haben, stösst jedenfalls jenseits des grossen Teichs auf Anklang. «Vor kurzem kontaktierte uns ein amerikanischer Produzent. Er hörte unsere Songs auf Myspace, und sie gefielen ihm so gut, dass er uns bei einem Sampler dabei haben will, den er in Amerika herausgibt», erzählt Hammer nicht ohne Stolz. Auf dem Sampler unter dem Titel «Vs. The World» sind Bands aus der gazen Welt vertreten, die sich in ihre Songs mit dem Klimawandel auseinandersetzen. Der Beitrag der Solothurner Indie-Skaisten trägt den Titel «Not my Problem» und rechnet mit Menschen ab, die sich nichts aus Klimaschutz machen und ihren Offroader ohne schlechtes Gewissen durch die Stadt dirigieren und ihre Elektrogeräte prinzipiell nicht ausschalten, sondern im Standbybetrieb Strom fressen lassen.Der Klimawandel ist ein Thema, das Hammer stark interessiert. Soeben hat er in Basel den Bachelor in Umweltwissenschaften gemacht, den Master macht er in Bern im Fach Klimawissenschaften. Trotzdem sei seine Band eher unpolitisch, meint der 22-Jährige. «In erster Linie wollen wir die Mescnhen zum Tanzen und Lachen bringen. Und wenn wir mal sozialkritisch oder politisch werden, machen wir das immer auf eine lustige Art und Weise.»Amerika-Tour wäre nettObwohl The Inspired Tackers bald auf einem amerikanischen Ska-Sampler vertreten sind und so ihre Fangemeinde vergrössern dürften, rechnet Hammer nicht mit einem Leben als Indie Ska-Rockstar. «So eine Kalifornien-Tour wäre zwar schon nicht schlecht» meint Emanuel Hammer lachend, «ob es dazu kommt, erscheint mir aber mehr als fraglich.» Wenn die Band glaubwürdig bleiben will, muss sie fast hoffen, dass sie keine Konzertanfragen aus den USA kriegt. Denn wenn die Band nach Kalifonien jetten müsste, um dort gegen Offroader und gegen Standby-Schurken zu singen, könnte sie in klimaschützerischen Kreisen nämlich in Erklärungsnotstand geraten.

Samstag, 22. August, ab 21 (Türöffnung) Uhr im Cotton Club in Gerlafingen. Konzertbeginn ca. 22 Uhr. Tickets: 12 Franken.

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