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Ruhe bewahren mit Erich Strebel

Erich Strebel stellt sein erstes Soloalbum «Zwüschewälte» im Ono vor. Der erfahrene Sideman und Arrangeur hat eine jazzige Version von Mani Matters «Eskimo» und eigene raffinierte Mundartlieder im Gepäck.

Zürcher mit Tapete: Erich Strebel.
Zürcher mit Tapete: Erich Strebel.
zvg

Das Leben ist hektischer geworden. Doch Erich Strebel bewahrt die Ruhe und nippt noch etwas an seinem Espresso. Den Pianisten, Arrangeur und Songschreiber drängt es nicht ins Scheinwerferlicht. Er spielte als Sideman mit Dodo Hug, Michael von der Heide, der Familie Trüeb und Franz Hohler – um nur einige zu nennen.

Nach bald dreissig Jahren als Musiker wagte Erich Strebel einen weiteren, grossen Schritt und spielte sein erstes Solo-Mundartalbum «Zwüschewälte» ein. Der Titel ist Programm: Strebel interessiert sich für das, was unter der Oberfläche versteckt ist, und setzt sich freiwillig zwischen die Stühle. Zwar ist seine Musik zugänglich, perlt locker und leicht, lullt ein.

Dennoch sind diese Songs kein Easy Listening. Strebels Texte, dialekttechnisch ein Mix aus dem Aargauer Freiamt (wo er aufgewachsen ist) und Zürich (wo er wohnt), sind clever aufgebaut und spielen mit den Worten. Sie machen das Leben nicht einfacher, als es ist. Man hört in ihnen auch die Musikalität ihres Autors: Die Rhythmik ist bestechend, und für Lautmalereien hat Strebel ein gutes Ohr.

Niederdorf trifft Eskimo

«Zwüschewälte» spannt einen neuen, weiten Bogen innerhalb der Tradition des Schweizer Mundartlieds. «Synapsemeer» erinnert in seiner vertrackten Nonchalance an das Zürcher Chanson, wie es in der «Niederdorfoper» von Paul Burkhard seinen Zenit erreichte. Die Ähnlichkeit ist nicht zufällig. Erich Strebel arbeitete als musikalischer Direktor bei der Wiederaufführung dieses Klassikers und war bei 350 Liveaufführungen dabei.

Ganz anders seine Version von Mani Matters «Eskimo», dem er in einem jazzig-groovenden Arrangement viel Raum und Zeit lässt und damit eine besondere Atmosphäre schafft. Nun bringt Strebel seinen «Slow Mundart Soul Food» auch auf die Konzertbühne des Berner Ono. Die Be­setzung mit drei Sängerinnen und Sängern und einem «Jazztrio» (mit dabei Patent-Ochsner-Drummer Andi Hug) ist ebenso unüblich wie das «Zwüschewälte»-Album.

Album: «Zwüschewälte» (Est-Music) Konzert: So, 20.15 Uhr, Ono, Bern.

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