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Reinpfeifen

Metallica bringen einen eigenen Whiskey heraus. Während der Reifung wird er mit ihrer Musik beschallt.

Felicitas Wilke
Deftige Kost: Mettallica an einem Konzert im Zürcher Letzigrund.
Deftige Kost: Mettallica an einem Konzert im Zürcher Letzigrund.
TA

Harter Alkohol lässt die harten Kerle der Metal-Band Metallica in diesen Tagen laut eigenen Angaben «unglaublich aufgeregt» werden und macht sie «superstolz». Am Mittwoch verkündeten die Musiker um James Hetfield und Lars Ulrich auf der Website der Band, ihre eher deftige Kost künftig nicht nur in musikalischer, sondern auch in flüssiger Form zu produzieren: als Whisky. Die Spirituose wird auf den Namen «Blackened» hören und damit so heissen wie ein Metallica-Song aus dem Jahr 1988.

Der amerikanische Brenner Dave Pickerell stellt den Schnaps für Metallica her – auf eine Weise, die ziemlich esoterisch daherkommt: Der Whisky wurde während der Reifung im Fass mit Liedern der Band beschallt, was die «molekularen Wechselwirkungen» und damit auch den Geschmack verbessert habe, so schreiben es jedenfalls die Bandmitglieder.

Sie sind bei Weitem nicht die einzigen Prominenten, die ihren Namen auf Schnapsflaschen drucken lassen und damit ins Geschäft mit dem Rausch einsteigen. Der Schauspieler Channing Tatum macht in Wodka, sein Kollege Ryan Reynolds in Gin, und der Sänger Justin Timberlake lässt seinen eigenen Tequila produzieren. Auch Berühmtheiten im deutschsprachigen Raum prosten ihren Fans gerne zu, wenn auch mit weniger Umdrehungen: Der Name von Günther Jauch prangt auf dem Etikett eines Aldi-Weins, der Moderator Joko Winterscheidt und der Schauspieler Matthias Schweighöfer haben gemeinsam mit einer Winzerin ebenfalls zwei Weine herausgebracht.

Und weshalb das alles? Glaubt man den hochtrabenden Worten von Metallica, dann will die Band mit den Fans neben Songs und Konzerten auch über «alle denkbar anderen Wege» in Kontakt treten, um «eine Bindung zu schaffen».

Getrunken wird immer, aus Freude oder aus Frust

Vor allem aber dürften finanzielle Motive eine Rolle spielen. «Das ist vor allem ein netter Marketing-Gag von Metallica», sagt Tim Tünnermann, der ein Fachgeschäft für Whisky betreibt und sich mit seiner Firma auf die Spirituose als Geldanlage spezialisiert hat. Weil die Menschen in Osteuropa und China seit Jahren vermehrt Whisky nachfragen, seien viele Sorten im Wert gestiegen. Beim Metallica-Brand jedoch werde das eher nicht der Fall sein, vermutet der Experte: «Als Blended Malt, also als Mischung, gehört er nicht zu den besonders hochwertigen Whiskys.»

Dass es grundsätzlich keine Schnapsidee sein muss, in Spirituosen zu investieren, haben auch schon Wissenschaftler der London Business School herausgefunden. Der einfache Grund für die gute Rendite: Getrunken wird immer, in wirtschaftlich guten wie in schlechten Zeiten; aus Freude oder aus Frust. Ausserdem gelten die Margen der Produzenten von Spirituosen als hoch. Da erscheint es nachvollziehbar, dass betuchte Prominente gleich selbst zu Produzenten werden.

Es könnte künftig also häufiger vorkommen, dass harte Jungs harte Flüssigkeiten herstellen lassen. Es muss ja nicht immer Whisky sein, denn als neues hochprozentiges Trendgetränk wird ohnehin der gute, alte Korn gehandelt. Und da würde sich doch die gleichnamige amerikanische Rockband ganz wunderbar als Herausgeber eignen.

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