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Neapels Cantautore ist tot

Mit 59 Jahren ist der grosse Pino Daniele an einem Herzinfarkt gestorben. Er liess die neapolitanischen Mythen heutig werden.

Die Inspiration war ihm schon länger abhandengekommen, er hat es selbst gesagt. In den letzten Jahren hat Pino Daniele sich in kubanischen Rhythmen versucht oder seine alten Stücke mit immer üppigeren Klängen ausgepolstert; demnächst hätte er auf Tournee gehen wollen, mit seiner originalen Band, dem Programm des legendären Albums «Nero a metà» von 1980 – und einem Streichorchester.

Aber in seinen Anfängen, da hätte seine Inspiration locker für drei Dutzend Cantautori gereicht. Seine Musikalität, seine Wut, seine Poesie sowieso. Pino Daniele, aufgewachsen in der vielköpfigen Familie eines Hafenarbeiters, hat sich das Gitarrespielen selbst beigebracht, war dann mit diversen Bands im neapolitanischen Untergrund unterwegs und brachte 1977, mit 22 Jahren, sein erstes eigenes Album heraus. «Terra mia» war sein Titel, und es war die schönste Hommage an eine Heimat, die er als Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen und Klänge porträtierte: In mit englischen Brocken durchsetzten dialektalen und italienischen Texten, als Mischung aus Blues und Jazz und Rock und neapolitanischer Volksmusik.

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