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Kruder&Dorfmeister exklusiv in Bern

Sie waren die Superstars der anschmiegsamen Klänge. Jetzt kommen Kruder&Dorfmeister nach zehn Jahren Pause für einen exklusiven Schweizer Auftritt nach Bern.

Peter Kruder und Richard Dorfmeister kommen: Das österreichische DJ- und Produzentenduo gastiert für ein vierstündiges Set in der Berner Reitschule.
Peter Kruder und Richard Dorfmeister kommen: Das österreichische DJ- und Produzentenduo gastiert für ein vierstündiges Set in der Berner Reitschule.
zvg

«Wir machen, was uns passt und was uns Spass macht.» So lautet das Motto von Kruder&Dorfmeister – zur Freude, aber auch zum Verdruss ihrer Fans. Nach zwei epochalen Alben («DJ-Kicks», «The K&D Sessions») inklusive Remixaufträgen für Stars wie Depeche Mode oder Madonna verlor das Wiener Duo gegen Ende der Neunzigerjahre die Lust am übergrossen Klangkino. Der kreative Freiraum, so hiess es, sei in Gefahr. Neue Werke blieben aus, und selbst Remixanfragen von U2, David Bowie oder Grace Jones wurden achselzuckend abgelehnt.

Kleines in eigener Sache

Aufzuhören war für Peter Kruder und Richard Dorfmeister jedoch kein Thema. Die beiden betreiben bis heute ihr Musiklabel G-Stone und arbeiten nach dem gemeinsamen Riesenerfolg an eigenen Kleinprojekten (Peace Orchestra, Tosca, Voom Voom); vor Monatsfrist erschien Kruders «Private Collection» – ein Streifzug durch persönliche Songfavoriten von Talk Talk bis Jan Hammer. Einzig das grosse Geschäft mit der von ihnen geprägten Kaffeehausmusik haben Kruder&Dorfmeister gesichtslosen Samplern von «Café del Mar» bis «Buddha Bar» überlassen.

Mit bekiffter Präzision

Was in den Lounges dieser Welt zur Besänftigung überlasteter Zeitgenossen niederrieselt, hat jedoch mit dem Original wenig zu tun. Zwar kann man sich auch von Kruder&Dorfmeister en passant beschallen lassen. Aber da war dieser Nachteulencharme, diese unverschämte Relaxtheit, diese bekiffte Präzision, mit der Kruder&Dorfmeister dem Techno der Neunziger so unwiderstehlich den Stecker zogen. Downbeat nannte man das.

Dazu bedienten sie sich bei Dub-, Hip-Hop- und Jazzrhythmen, die mit samtenen Bässen aufgeweicht und mit allerlei organischen Schleifen und Schlenkern zur Blüte getrieben wurden. Fremdes und Eigenes verschmolz darin zu einem einzigen wummernden Hybriden. Ein «eigenes» Album von Kruder&Dorfmeister, wie von zahlreichen Anhängern ersehnt, wird es deshalb nie geben. Auch für einen Nachfolger der «K&D Sessions» stehen die Chancen schlecht, haben doch die Klangtüftler eingestanden, die Qualität dieses Albums nicht überbieten zu können.

Dem Volk den Puls fühlen

Trotzdem hat das Warten jetzt ein Ende – zumindest was die ebenso spärlichen Liveauftritte der Remix- und DJ-Stars betrifft. Der letzte gemeinsame Schweizer Auftritt von Kruder&Dorfmeister datiert vom November 1998, als sich die beiden im Zürcher Kanzlei-Club mitten auf der Tanzfläche in einer Art DJ-Gehege niederliessen, um dem Partyvolk besser den Puls zu fühlen.

Jetzt kommen sie für ein vierstündiges Set nach Bern und erweitern die «Kruder&Dorfmeister Session» gleich zur Label-Night. Anders als bei Einzelauftritten – der inzwischen in Zürich wohnhafte Richard Dorfmeister spielt regelmässig in kleineren Clubs und gastierte zuletzt im Februar in der Berner Dampfzentrale – bringen die DJ-Stars auch Gäste mit. Besonders gespannt sein darf man auf Makossa&Megablast, die seit 2007 bei G-Stone unter Vertrag sind und in zweiter Generation Afrosounds mit Elektrobeats verschmelzen. Kaffeehaus reloaded, sozusagen.

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