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«Ich vermisse das kollektive Gefühl von Ekstase»

Simon Reynolds ist ein Nostalgiker – und gleichzeitig ein Fan von Autotune. Foto: Sabina Bobst

Herrje, Herr Reynolds, wie sehen Sie denn aus?!

In irgendeiner der Hamburger Bars schallte bestimmt ein Heuler aus vergangenen Jahrzehnten aus den Boxen. Sind wir immer noch so nostalgisch unterwegs, wie Sie einst in Ihrem Buch «Retromania» schrieben?

Sie haben einmal gesagt, dass neuer Musik immer eine neue technische Errungenschaft vorangegangen sei.

«Heute werden mit Autotune richtig schön bizarre Sounds erzeugt.»

Und heute?

Nebst der Technik dürfte wohl auch der Faktor Migration eine wesentliche Rolle spielen in der Entwicklung von Musiktrends, nicht?

Sie haben sich in den letzten Jahren intensiv mit der elektronischen Musik beschäftigt. Ihr Aufsatz «Conceptronica» hat kürzlich einigen Aufruhr in der Szene verursacht?

«Mein eigener Sohn hat das Meme zu ‹Conceptronica› verschickt, ohne zu wissen, dass ich der Erfinder des Wortes war.»

Und das stört Sie?

Nun könnte man kritisieren, dass Sie selber in der Retrofalle stecken, wenn Sie der elektronischen Musik die Entwicklung in Richtung Konzeptkunst nicht zugestehen wollen.

Trotz Ihrer Vorliebe für Autotune?