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Grosis gigantischer Klischeestadl

Der Berner Entertainer Michael «Grosi» Grossenbacher feierte am Sonntag im Berner Kursaal die Premiere seines «Gigantenstadls» und glänzte als Andy Borg-Parodist. Den Nerv der Comedy-Fans traf er dabei mit teils abgedroschenen Pointen.

Auf der Bühne drei ruhende Instrumente vor einem gemalten Bergpanorama. Woanders im gut besetzten Kursaal eine junge Frau im Dirndl, dazu das Plaudern sich hinsetzender Zuschauer – in der Luft liegt sonntagabendliche Gemütlichkeit. Wie sich wenig später herausstellen wird, ist dies bloss die Ruhe vor dem Sturm.

Als der Berner Comedian Michael «Grosi» Grossenbacher in der Rolle des Moderators Grosi Borg die Bühne stürmt, kommt dies einem Überfall auf einen Dösenden gleich. «Seids ihr gut drauf?», fragt er und klatscht die Meute wach. Zeitgleich stimmt die Stadlband «Die drei Giganten» einen ersten Schlagertitel an – «uuuuund Stimmmmung!» Von jetzt an heisst es schunkeln, auf Kommando aus den Stühlen springen, Fähnchen schwingen, den Nachbarn zur Rechten begrüssen, jenen zur Linken umarmen, Busserl, Spasserl, Heiterkeit. Wer bei der Gaudi nicht mitmacht, ist natürlich die Spassbremse im Umzug. Doch bleibt bei diesem hyperaktiven Geturne kaum Raum, um den wahren Spass – Grosis Parodie auf den Musikantenstadl-Moderator Andy Borg – zu geniessen. Und das ist schade, denn in dieser Rolle beweist sich der Entertainer sowohl als guter Sänger wie auch als beeindruckender Mime. Die Gesten, die Redewendungen und der österreichische Akzent sind der Genuss des Abends.

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