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Die «Spex» wird als Online-Magazin weitergeführt

Das Musikmagazin Spex wird doch nicht komplett eingestellt. Ab 1. Februar 2019 startet «Spex» als reines Online-Magazin, inklusive Podcasts und Longreads.

Die «Spex» wird weiterleben, im Netz. Es sei ein «beherzter Sprung ins Ungewisse», schreibt Dennis Pohl, Leiter des digitalen Neustarts.
Die «Spex» wird weiterleben, im Netz. Es sei ein «beherzter Sprung ins Ungewisse», schreibt Dennis Pohl, Leiter des digitalen Neustarts.
Verlag

«Bye Spex! What's next?» steht gross auf dem Cover der Abschieds-Spex, die am kommenden Donnerstag erscheinen wird und Abonnenten bereits zugestellt wurde. Sie ist nun, nach 38 Jahren, die letzte gedruckte Ausgabe des legendären Pop-Magazins. In den vergangenen Wochen riss die Flut der Nachrufe auf die 1980 in Köln gegründete Zeitschrift nicht ab, denn Spex etablierte mit Autoren wie Diedrich Diederichsen und Clara Drechsler einen neuen, sehr eigenen, theoriedurchwirkten Sound im deutschen Pop-Diskurs. Allerdings erfuhren auch nicht wenige Menschen erst durch die Nachrufe, dass es Spex überhaupt (noch) gibt.

Es hätte nicht gewundert, wenn die wieder gestiegene Markenbekanntheit dazu geführt hätte, dass sich vielleicht doch noch ein neuer Verlag findet – ein Verlag, der sich mit Spex dem Printsterben entgegenstemmen will. Nun aber kündigt der Münchner Verlag Piranha Media, dem das Magazin seit 2000 gehört, selbst an, die Marke weiterzuführen. Und zwar im Netz. Am 1. Februar 2019 wird Spex ein reines Online-Magazinwerden. Und seine neue Heimat damit genau an jenem Ort haben, dem oft die Schuld für die Print- und Anzeigenkrise im Allgemeinen und das Spex-Ende im Speziellen gegeben wird.

«Beherzter Sprung ins Ungewisse»

«Wir hätten uns bequem darüber beschweren können, dass das vermaledeite Internet uns die schönen Jobs wegfrisst, mit seiner Gleichzeitigkeit jegliche Pop-Kritik obsolet macht und überhaupt alles beschissen ist», schreibt Dennis Pohl in einem Editorial. Pohl gehört als Redakteur der scheidenden Print-Redaktion in Berlin-Kreuzberg an und leitet nun den digitalen Neustart von Spex. Er freue sich auf einen «beherzten Sprung ins Ungewisse», schreibt er.

Das digitale Spex-Abo soll im ersten Jahr 15 Euro kosten, dafür wird es im Mitglieder-Bereich neben musikjournalistischen Routine-Formaten wie Rezensionen, Interviews und Features auch einen Spex-Podcast und Longreads geben, also jene im Netz sehr beliebten, aber schwierig zu finanzierenden, weil rechercheintensiven Tiefschürftexte. Auch sollen Abonnenten Zugriff auf das komplette, digitalisierte Spex-Archiv mit allen Ausgaben aus 38 Jahren bekommen. Wie gross oder klein das Redaktionsteam sein wird, ist noch nicht klar. Man darf der neuen Redaktion Glück bei den Gehalts- und Honorarverhandlungen wünschen. Viel Geld lässt sich mit Popjournalismus im Netz nämlich bislang nicht verdienen. Aber im Netz brauche es, da ist sich Pohl sicher, weiterhin «eine Stimme, die abseitigen, marginalisierten, diskriminierten und aufrührerischen Positionen in Pop und Gesellschaft zu Gehör verhilft.»

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