Das schönste Ex-Paar der Welt

Wer wissen will, wie die perfekte Show funktioniert, sollte Helene Fischer und Florian Silbereisen bei der Inszenierung ihrer Trennung zusehen.

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Irgendwann kommt in einer Beziehung der Punkt, an dem man sich fragt: gehen oder bleiben? Mitunter ist eine Trennung die bessere Entscheidung. Dann stehen vor allem drei Fragen im Raum: 1. Wie findet man die richtigen Worte («Du hast etwas Besseres verdient! Es liegt nicht an dir – ich bin das Problem!")? 2. Wann ist der richtige Zeitpunkt (Vor Weihnachten? Nach Weihnachten? Morgens, mittags, abends?) 3. Wie bringt man die Sache anschliessend so über die Bühne, dass beide, gegebenenfalls auch die Kinder, möglichst wenig darunter leiden («Wir bleiben Freunde! Wir werden weiterhin beide für euch da sein»)?

Für die Antworten kann man sich einen Paartherapeuten suchen, einen Mediator hinzuziehen oder Trennungsratgeber googeln. Man kann sich aber auch an prominenten Musterpaaren orientieren. Unter Prominenten sind perfekte Trennungen ja Standard, öffentliche Liebesbekundungen direkt nach der Bekanntgabe das Mindeste.

Wer jetzt noch an Gwyneth Paltrow und Chris Martin denkt, die die Welt mit ihrem Kunstbegriff der bewussten Entpaarung («Conscious Uncoupling») bereichert haben, ist hinterher. Trennung als Chance für die zwischenmenschliche Beziehung – das kann inzwischen jeder. Jennifer Garner begleitet den Vater ihrer Kinder, Ben Affleck, persönlich in die Entzugsklinik. Cameron Diaz und Justin Timberlake – seit der Trennung beste Kumpels – stehen gemeinsam vor der Kamera. Und Orlando Bloom sagt über seine Ex Miranda Kerr: «Wir sind keine Freunde. Wir sind Familie».

Doch Trennung als Karriere-Chance, das ist die Kür. Das ist der Moment, in dem sich – wenngleich an einer traurigen Begebenheit – zeigt, wie PR-Perfektionismus funktioniert. Auf den Social-Media-Accounts von Fischer und Silbereisen werden die drei Trennungs-Fragen beantwortet, indem die beiden Beteiligten 1. die richtigen Worte finden («Wir sind als Freunde mittlerweile sogar noch enger zusammengewachsen»), 2. den richtigen Zeitpunkt wählen (kurz vor der grossen Fischer-Weihnachtsshow) und 3. dafür sorgen, dass die Fans möglichst wenig darunter leiden («Wir haben nach wie vor gemeinsame Pläne: Wir möchten zum Beispiel irgendwann in den nächsten Jahren unsere erste gemeinsame TV-Show präsentieren!»).

Keine Frage: Die beiden frisch gebackenen Ex-Partner schätzen sich gegenseitig dermassen, dass sie sich vermutlich selbst fragen, warum sie sich überhaupt getrennt haben.

Alles perfekt also. Genau der Stoff, aus dem Schlager sind.

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