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Annie Taylor rocken locker und entdeckungsfreudig

Am Samstag kommen Annie Taylor in die Rössli-Bar in Bern. Eine Zürcher Rockband, benannt nach einer Frau, die sich vor über 100 Jahren in einem Fass die Niagarafällen hinunter stürzte.

Virginia «Gini» Jung.
Virginia «Gini» Jung.
zvg

Rock ist nicht tot. Er wird nur gerade etwas durchgeschüttelt. Zum Beispiel von Annie Taylor, einer Zürcher Band. Sie benennt sich nach einer US-Lehrerin und Stuntfrau, die wusste, was ein richtiger «Shake» ist: 1901 liess sie sich in einem Fass an den Niagarafällen in die Tiefe stürzen – und überlebte.

Die musikalische Annie Taylor stürmt und drängt, ohne dabei etwas zu überstürzen. Treibende Kraft ist Virginia «Gini» Jungi, die erblich vorbelastet ist. Ihr Gitarre spielender Berner Vater Ruedi spielte einst auf Polo Hofers allererster Single und entdeckte später die Sängerin Sandra Goldner. Laut der Sage überzeugte die Sängerin und Gitarristin vor drei Jahren zunächst ihren WG-Mitbewohner und dann ihre Nachbarn, eine Band zu gründen. Eigentlich wollte man gemeinsam dem düsteren Grunge frönen, doch bald wurde die Palette mit psychedelischen Farbsprengseln und etwas Powerpop aufgefrischt.

Auf ihrer Debüt-EP «Not Yours» zeigt sich die stilistische Bandbreite von Annie Taylor: Kraftvoll gespielter Rock noir dominiert, getragen von einem schnörkellosen Schlagzeug und breiten Gitarren, die gerne weit ausschweifen. Mitten im von allerlei Effekten verhallten Sound bewegt sich die Stimme von Gini Jungi, unaufgeregt und klar, cool und selbstsicher. Natürlich, die Welt wird nicht neu erfunden, dies ist Retrorock. Doch Annie Taylor sind keine Epigonen. Dafür spielen sie zu locker und entdeckungsfreudig, in ein Korsett lassen sie sich nicht zwängen. Am Samstag kommen Annie Taylor in die Rössli-Bar in Bern. (sam)

Konzert: Sa, 30.11., 21 Uhr, Rössli-Bar, Bern.

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