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Roman Signer, der Dampfkochtopf und das Dreirad

Flex-Sil-Dampfkochtöpfe haben Roman Signer inspiriert. Mit der «Flex-Sil Reloaded» ehrt die Kunsthalle St. Gallen das Werk des 75-jährigen Transformations-Künstlers.

Ostschweizer Künstlerlegende: Roman Signer und seine Ape Piaggio in der Kunsthalle St. Gallen.
Ostschweizer Künstlerlegende: Roman Signer und seine Ape Piaggio in der Kunsthalle St. Gallen.
Keystone

Schon als Roman Signer als 17-jähriger Hilfsarbeiter in der Firma Grossenbacher in St. Gallen Flex-Sil-Dampfkochtöpfe zusammenschraubte, muss er Visionen gehabt haben, wie man einen Alltagsgegenstand zum Objekt für Transformations-Kunst machen kann.

Jedenfalls rückte Signer den legendären Dampfkochtopf 1988 ins Zentrum seiner gleichnamigen Einzelausstellung in der damaligen Kunsthalle Sankt Gallen. Zum 75. Geburtstag widmet die Kunsthalle dem Ostschweizer eine Gruppen-Ausstellung. In Anlehnung an die Ausstellung von damals heisst sie «Flex-Sil Reloaded».

Zu sehen sind Signers Arbeiten aus der damaligen Ausstellung - zum Beispiel ein in sieben Teile zersprengtes oranges Kanu. Einzige neue Installation ist ein dreirädriges Ape Piaggio, welches der Jubilar einmal als Modell auf einem Schachbrett und einmal in Originalgrösse zeigt.

Raketen-Zündung

Das petrol-farbene Dreirad steht auf dem Hinterteil, die Fahrerkabine zeigt wie in einer Rakete nach oben. «Jetzt würde ich darunter gerne eine Rakete zünden und das Gefährt in den Himmel schicken. Am Steuer sitzen möchte ich dabei aber lieber nicht», scherzte der Künstler bei einem Medien-Rundgang am Freitag.

Den ungewohnt starren Installationen von Roman Signer hat Kunsthalle-Kurator Giovanni Carmine Arbeiten von 15 jüngeren Künstlerinnen und Künstlern beigefügt, deren Arbeitsweise ähnlich sei: «Wie Roman Signer benutzen sie Skulptur, Zeichnungen, Filme und Aktionen, um sich auf raffinierte Weise mit der Eindämmung, Freisetzung und Transformation von Energie oder mit Themen wie Zeit und Natur auseinanderzusetzen», sagte Carmine.

Explosiv

Dass beim Arbeiten einiges durch die Luft fliegen kann, zeigt die Installation «Burn Bern Burn» von Raphael Hefti. Der Schweizer Künstler zeigt die Überreste eines Unfalls, bei dem ein Leuchtkörper in seinem Auto explodierte. Zu sehen sind verkohlte Teile ebenso wie die Bilder des Polizeirapportes.

Cracker zerbröseln

Selbst aktiv werden können Besucherinnen und Besucher bei einer Installation von Norma Jeane, die zu einem Kubus aufgeschichtete Cracker zeigt. Die Keks-Portionen in durchsichtiger Plastikhülle dürfen einzeln vom Würfel genommen und zerbröselt werden. Danach stellt man das «Werk» auf einen Sockel und stellt die Zeitschaltuhr auf 15 Minuten. Nach dieser Zeit kommt das Cracker-Paket auf einen Haufen, weil es einem neuen Platz machen muss.

SDA/kpn

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