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Dieser Künstler malt mit Abfall

Mit einer einzigartigen Technik zieht Mbongeni Buthelezi Plastik auf Leinwände. Wir haben ihm dabei zugeschaut.

Was andere wegwerfen, macht Mbongeni Buthelezi zu Kunst: Plastik. (Video: Aleksandra Hiltmann)

Mbongeni Buthelezi zerschneidet Kunststoffverpackungen mit einer Schere, schwarze Stücke, blaue Stücke. Dann greift er zur Heissluftpistole. Der südafrikanische Künstler hat eine einzigartige Technik entwickelt: Er malt mit Plastik.

In Fäden zieht er das erhitzte, aufgeweichte Plastik über die Leinwand, eine erste Schicht, an ausgewählten Stellen eine zweite. Dort wird die Farbe dunkler, an einer Stelle erkennt man ein verzerrtes, aber noch klar erkennbares Coca-Cola-Logo.

Der 54-Jährige setzt Logos grosser Marken bewusst ein. Er lasse so die Kehrseite des Geschäfts grosser Unternehmen in seine Bilder einfliessen, sagt er. Als Künstler fühle er sich verantwortlich, etwas gegen die Plastikflut zu tun, darauf aufmerksam zu machen, in seiner Heimat Südafrika, aber auch weltweit: «Ich möchte eine Art Spiegel für die Gesellschaft sein». Mit seinen Bildern möchte er den Menschen bewusst machen, wie sehr sie die Umwelt zerstören, wenn sie achtlos Plastik und Abfall wegschmeissen. «Wir alle haben eine Verantwortung, uns zu überlegen, wie wir mit dem Plastikproblem umgehen.» Oft würden die Leute ein Produkt verwenden und sich nicht dafür interessieren, was danach mit der Verpackung geschieht.

Buthelezi hat Kunst in Johannesburg studiert. Mittlerweile werden seine Bilder nicht nur in Südafrika, sondern weltweit ausgestellt, unter anderem im Museum for African Art in New York.

Bis zu 5000 Plastikstücke im Bild

1991 begann Buthelezi, mit Plastik zu experimentieren. Über die Jahre hinweg entwickelte er verschiedene Techniken, mit denen er das Material auf die Leinwände aufträgt. Seine Bilder sind abstrakt und realistisch zugleich. Oft sind sie überlebensgross. Ein Bild kann aus bis zu 5000 Plastikstücken bestehen.

Gute Kunst entstehe nicht ausschliesslich aus teuren Materialien, sagte Buthelezi der BBC. Man müsse nicht reich sein, um seine Träume zu erreichen. Er sammle, was keinen Wert mehr habe, und gebe dem Material danach neuen Wert. «Das ist es, was wir aus uns und unseren Leben machen sollten», schreibt er in seinem Portfolio und spielt damit auf die schwierigen Lebensumstände in südafrikanischen Townships an.

Kinder sollen lernen

Gerade wenn Kinder an seine Workshops und Ausstellungen kommen, ermutige ihn das. Er ist überzeugt, dass er mit seiner Kunst ihr Umweltbewusstsein schärfen und ihnen einen Weg in eine bessere Zukunft zeigen könne.

Für seine jüngste Auftragsarbeit malt Buthelezi Unterwasserlandschaften für ein Resort auf den Malediven. Der Inselstaat im indischen Ozean leidet ebenfalls stark unter der Verschmutzung durch Plastik.

Das Treffen mit dem Künstler fand im Rahmen einer Pressereise statt, unterstützt von Coco Collection. Lesen Sie hier mehr über die Reise: Erwachen aus dem Inseltraum.

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