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Klassiker der Woche: Unerwarteter Preisträger

Der Dirigent und Pianist Christoph Eschenbach erhält den Siemens-Musikpreis, der als Nobelpreis der Klassik gilt. Warum nur?

Susanne Kübler

Dass einmal mehr ein älterer deutscher Herr den Siemens-Musikpreis bekommt: Damit hat man rechnen können; die Jungen, die Frauen, die Nicht-Mitteleuropäer sind nicht auf dem Radar der Münchner Siemens Musikstiftung. Aber dass dieser Herr Christoph Eschenbach heisst, ist dennoch überraschend. Der 75-Jährige hat zwar als Dirigent illustre Klangkörper geleitet, aber wenig bleibende Eindrücke hinterlassen; und auch als Pianist ist er eher solid als aufregend (womit sich einmal mehr die Frage stellt: Wann kommt eigentlich Martha Argerich an die Reihe?).

Das Einzige, was Eschenbach auszeichnet und was auch die Jury betont, ist die Tatsache, dass er wirklich für die Musik lebt. Diese Aufnahme des Adagios von Mozarts Klavierkonzert Nr. 23 entstand 2010 in Paris, wo er sich selbst ein Konzert zum 70. Geburtstag schenkte. Begleitet wurde er von den Musikern des Orchestre de Paris, das er von 2000 bis 2010 geleitet hatte. Und es ist weder zu übersehen noch zu überhören, dass er diese Musik mit einer Hingabe spielt, die bis zur eigenen Rührung reicht.

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