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Klassiker der Woche: Schostakowitsch spricht und spielt

Welche politische Haltung verbirgt sich in seiner Musik? Die Frage wird bei Dmitri Schostakowitsch heftiger diskutiert als bei jedem anderen.

Für einmal scheint alles klar. Schostakowitsch begann mit der Arbeit an seiner 7. und berühmtesten Sinfonie 1941, im von den deutschen Truppen eingeschlossenen Leningrad; das zentrale Thema des ersten Satzes ist mit «Die Invasion» überschrieben. Die restlichen programmatischen Titel, die er zunächst geplant hatte («Krieg», «Erinnerung», «Die Weite der Heimat», «Sieg»), liess er zwar schliesslich doch weg. Aber immer wieder, in der «Prawda» wie auch in diesem Film, hat er betont, dass er dieses Werk dem Kampf gegen den Faschismus widme, dem unabwendbaren Sieg über den Feind, und Leningrad, seiner Heimatstadt.

Nach Krieg klingt auch die Musik, nach Verzweiflung, Schmerz, Chaos, Wut – gerade in dieser reduzierten Klavierversion. Schostakowitsch brauchte kein Orchester, um zu vermitteln, worum es ihm ging. Brutalität war bei ihm keine Frage des Schlagzeugs.

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