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Klassiker der Woche: Boing! Arrrrgh! Smack!

Cathy Berberian war nicht nur eine phänomenale Sängerin – in «Stripsody» hat sie sich auch als Comic-affine Komponistin verewigt.

Susanne Kübler

Am Tag nach ihrem Tod am 6. März 1983 hätte Cathy Berberian im italienischen Fernsehen an einer Sendung über Karl Marx teilnehmen sollen. Sie hatte im Sinn, die «Internationale» im Marilyn-Monroe-Stil zu singen, und zweifellos, es wäre hinreissend gewesen.

Immerhin, vieles andere, was ebenfalls hinreissend war, hat die Amerikanerin mit armenischen Wurzeln tatsächlich realisieren können in den kurzen 57 Jahren ihres Lebens. Zum Beispiel hat sie viel dazu beigetragen, dass die zeitgenössische Musik der 1960er- und 1970er-Jahre nicht nur klug klang, sondern auch lustig, schräg, frech – oder hemmungslos sentimental. Sie tat es vor allem zusammen mit Luciano Berio, den sie als Studienkollegen am Mailänder Konservatorium kennen gelernt hatte. Während ihrer Ehe und auch danach schrieb er zahlreiche Werke für sie: In den herzerwärmenden «Folk Songs» liess er Berberian zu ihren musikalischen Wurzeln zurückkehren, in «Visage» hat er ihre Improvisationen elektroakustisch bearbeitet, in der «Sequenza III» konnte sie zeigen, was sie mit ihrer Stimme so alles anfangen konnte.

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