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Wer hat denn den gedreht?

Auch Regisseure können gefeuert werden. Aber wer wird dann als Regisseur genannt? Ein Blick ins amerikanische Regelwerk und fünf Kuriositäten aus der Filmgeschichte.

Die Queen-Biografie «Bohemian Rhapsody» ist für fünf Oscars nominiert.
Die Queen-Biografie «Bohemian Rhapsody» ist für fünf Oscars nominiert.
zvg

Fünf Oscarnominationen gabs für die Queen-Biografie «Bohemian Rhapsody», doch Regisseur Bryan Singer ging erwartungsgemäss leer aus. Singer, der des mehrfachen sexuellen Missbrauchs beschuldigt ist, hatte nur etwa 75 Prozent des Films gedreht, bevor er von 20th Century Fox wegen Abwesenheit vom Set gefeuert und durch Dexter Fletcher ersetzt wurde.

Nun könnte man sich fragen: Warum wird eigentlich nicht Dexter Fletcher als Regisseur geführt? Der Grund: Das Regelwerk der Directors Guild of America (DGA) verbietet es. Die Gewerkschaftsvereinigung hatte in den Siebzigerjahren beschlossen, dass grundsätzlich nur ein Regisseur pro Film genannt werden darf. Man wollte damit verhindern, dass Schauspieler oder Produzenten Gefälligkeitsnennungen erhalten. Wer über 50 Prozent eines Films gedreht hat, ist laut DGA der Regisseur. Aufgrund dieser Regelung kam es jedoch in der Filmgeschichte immer wieder zu absonderlichen Vorfällen. Eine Auswahl in der Bildstrecke.

Regisseur Robert Rodriguez (rechts) wollte bei «Sin City» (2005) Frank Miller, den Autor der Comicvorlage, als Co-Regisseur nennen. Die DGA lehnte ab, da die beiden noch nie zusammengearbeitet hatten. Rodriguez trat deshalb vor Drehbeginn aus der Gilde aus – und Miller erhielt den Credit. Die Folgen für Rodriguez: Als Nichtmitglied der DGA durfte er nicht mehr für ein grosses Hollywoodstudio arbeiten.
Regisseur Robert Rodriguez (rechts) wollte bei «Sin City» (2005) Frank Miller, den Autor der Comicvorlage, als Co-Regisseur nennen. Die DGA lehnte ab, da die beiden noch nie zusammengearbeitet hatten. Rodriguez trat deshalb vor Drehbeginn aus der Gilde aus – und Miller erhielt den Credit. Die Folgen für Rodriguez: Als Nichtmitglied der DGA durfte er nicht mehr für ein grosses Hollywoodstudio arbeiten.
zvg
Ethan (links) und Joel Coen (Mitte) gelten als Kreativteam: Sie schreiben, inszenieren und produzieren seit 1984 jeden Film gemeinsam. Die DGA verbot jedoch, dass beide als Regisseure genannt werden. Deshalb teilten sich die Coens die Credits auf – Ethan als Produzent, Joel als Regisseur. Inzwischen lässt die DGA Regieteams zu, wenn der Nachweis erbracht ist, dass sie längere Zeit zusammengearbeitet haben. Seit «The Ladykillers» (2004) werden beide Coens als Regisseure genannt.
Ethan (links) und Joel Coen (Mitte) gelten als Kreativteam: Sie schreiben, inszenieren und produzieren seit 1984 jeden Film gemeinsam. Die DGA verbot jedoch, dass beide als Regisseure genannt werden. Deshalb teilten sich die Coens die Credits auf – Ethan als Produzent, Joel als Regisseur. Inzwischen lässt die DGA Regieteams zu, wenn der Nachweis erbracht ist, dass sie längere Zeit zusammengearbeitet haben. Seit «The Ladykillers» (2004) werden beide Coens als Regisseure genannt.
zvg
Auch Filmschaffende sind nur Menschen. Hauptdarsteller Clint Eastwood hasste Regisseur Philip Kaufmans detailversessenen Stil bei «The Outlaw Josey Wales» (1976). Noch mehr hasste er jedoch, dass Kaufman ein Auge auf Hauptdarstellerin Sondra Locke (links) geworfen hatte. Die Folge: Eastwood feuerte Kaufman, übernahm selber die Regie – und heiratete Sondra Locke.
Auch Filmschaffende sind nur Menschen. Hauptdarsteller Clint Eastwood hasste Regisseur Philip Kaufmans detailversessenen Stil bei «The Outlaw Josey Wales» (1976). Noch mehr hasste er jedoch, dass Kaufman ein Auge auf Hauptdarstellerin Sondra Locke (links) geworfen hatte. Die Folge: Eastwood feuerte Kaufman, übernahm selber die Regie – und heiratete Sondra Locke.
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