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Shirley Temple ist tot

Die Schauspielerin Shirley Temple ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Schon in den Dreissigern war die Amerikanerin ein gefeierter Kinderstar.

Der frühere US-Kinderstar Shirley Temple ist tot. Die Schauspielerin und Diplomatin sei gestern Abend im Kreis ihrer Familie in ihrem Haus in der Nähe von San Francisco gestorben, erklärte ihre Sprecherin Cheryl Kagan. Temple wurde 85 Jahre alt.

Shirley Temple hatte als Kind in den 1930er Jahren in Filmrollen Furore gemacht, in denen sie das Publikum auch mit Gesangs- und Tanzeinlagen begeisterte. Ihr Markenzeichen waren ihre Locken und ihre Grübchen.

Ihr professioneller Gesang und Stepptanz im Film «Wir senden Sonne» 1934 machte Temple einem grösseren Publikum bekannt. Im selben Jahr war sie im Film «Die Glückspuppe» zu sehen, in dem die junge Darstellerin ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen konnte. Mit dem schwarzen Stepptänzer Bill «Bojangles» Robinson trat sie 1935 gleich in zwei Filmen mit einer Bürgekriegs-Thematik auf. Ihre gemeinsame Tanzeinlage in «The Little Colonel» wurde zu einem Meilenstein in der Geschichte des Filmtanzes.

Ein Phänomen

Sie sei «einfach absolut wunderbar» gewesen, schwärmte der Regisseur Allan Dwan in einem Buch von Peter Bogdanovich. Temple habe man etwas nur einmal sagen müssen «und sie würde sich den Rest ihres Lebens (daran) erinnern».

1935 bekam Temple für ihren «herausragenden Beitrag zur Bildschirmunterhaltung» einen Sonder-Oscar verliehen. Zwischen 1935 und 1938 war sie für amerikanische Kinos der grösste Kassenmagnet, sie stellte sogar erwachsene Filmstars wie Clark Gable, Bing Crosby, Robert Taylor, Gary Cooper und Joan Crawford in den Schatten. Ihr wurde zugeschrieben, auch das Filmstudio 20th Century Fox vor dem Ruin gerettet zu haben.

Temple wurde in den USA zu einem Phänomen. Mütter kleideten ihre kleinen Töchter wie die Schauspielerin. Sogar ein Cocktail wurde nach ihr benannt – eine süsse Mischung aus Gingerale und Grenadine mit einer Maraschinokirsche. Angesichts ihrer grossen Popularität sagte der frühere US-Präsident Franklin D. Roosevelt, «so lange unser Land Shirley Temple hat, wird es uns gut gehen».

«Ich habe einen Rat für diejenigen von euch, die den Preis für ihr Lebenswerk erhalten wollen», sagte Temple 2006 bei ihrer Auszeichnung bei den Screen Actors Guild Awards. «Fangt früh an», scherzte sie.

«Es geht nichts über wahre Liebe»

Schon mit 21 Jahren zog sie sich aus dem Filmgeschäft zurück und betätigte sich politisch. 1967 bemühte sie sich vergeblich als Kandidatin der republikanischen Partei um einen Sitz im Kongress. In den 1970er war Temple Botschafterin in Ghana, in den späten 1980er Jahren Botschafterin in der damaligen Tschechoslowakei. Nur wenige Monate nach ihrer Ankunft in Prag wurde in dem Land die kommunistische Regierung gestürzt.

Temple heiratete 1945 John Agar, mit dem sie eine Tochter bekam. Ende der 1940er Jahre reichte sie die Scheidung ein. 1950 gab sie Charles Alden Black das Ja-Wort. Mit ihm bekam sie noch zwei Kinder. Die Ehe hielt bis zu Blacks Tod im Jahr 2005.

1972 unterzog sich Temple erfolgreich einer Operation wegen Brustkrebs. Bei der Verleihung der Screen Actors Guild Awards 2006 sagte sie, ihre grössten Rollen im Leben seien die der Ehefrau, Mutter und Grossmutter gewesen. «Es geht nichts über wahre Liebe», sagte sie. «Nichts». Ihr Mann Charles war einige Monate zuvor verstorben.

SDA/phz

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