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Kurzfilm der Woche: Ruf der Wildnis

Ein Mann träumt von Wölfen und heult im Tram, und eine Frau ruft zurück. Rafael Sommerhalders Animationsfilm «Wolves» zeigt eine ungewöhnliche Begegnung im öffentlichen Verkehr.

Die urbane Wildnis der U-Bahn bietet Platz für manche schräge Gestalt und Geschichte, was man in der Schweiz nicht so kennt. Anderswo ist ein Mann, der mit einer Topfpflanze im Gepäck den öffentlichen Verkehr benutzt, kein Grund, den Kopf zu heben. Wenn er dann aber anfängt, wie ein Wolf loszuheulen, schaut man doch etwas irritiert und wendet sich peinlich berührt wieder ab, wenn nichts weiter passiert.

Nur eine Frau fühlt sich davon angezogen und nimmt Kontakt mit dem einsamen Wolf auf. Er weist sie zurück und sie steigt scheinbar aus. Plötzlich bereut er es und will ihr nach. Doch es ist zu spät, und ein Tunnel zwischen zwei U-Bahn-Stationen trennt sie, durch den nun ihr Heulen hallt.

Ein überraschendes Drama

Regisseur Rafael Sommerhalder macht aus einer alltäglichen Begebenheit im Pendlerleben ein überraschendes Drama. Langsam und ruhig wird die Geschichte von zwei Menschen erzählt, die auf ihren inneren Wolf hören und ihn rauslassen, egal was andere darüber denken. Akustisch perfekt, bis hin zum menschlichen Geheul, und in atmosphärischen Schwarzweissbildern werden die einsamen Helden in Szene gesetzt.

Sommerhalder, geboren 1974 in Zürich, absolvierte die École Cantonale d'Art de Lausanne und ist seit 2000 freischaffender Filmemacher. 2009 machte er am renommierten Royal College of Art in London den Master. Dort entstand auch der Kurzfilm «Wolves», der auf rund 50 Festivals gezeigt wurde. Mit seiner Firma Crictormacht Sommerhalder neben Auftrags- und Werbefilmen auch Postproduktionsarbeiten. Ausserdem arbeitet er an einem neuen Kurzanimationsfilm.

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