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Kurzfilm der Woche: Im Sündenpool

Michael Koch zeigt in «Beckenrand», was passiert, wenn ein einsamer Bademeister auf eine Teenagerclique trifft. Schnell fragt man sich: Wer beobachtet hier wen?

Beobachter: Michael Kochs Kurzfilm «Beckenrand».

Man ahnt nichts Gutes, als der mittelalte Bademeister vor seinem Spind eine Filmrolle im Badehosensack verschwinden lässt und dabei ängstlich nach rechts und links lugt. Tatsächlich zeigen die Fotos, die der Mann später auf der Bettkante anschaut, dann auch ein Mädchen im Bikini. Und man ertappt sich dabei, wie man denkt: wie langweilig.

Doch «Beckenrand» macht es dem Zuschauer dann doch nicht so einfach: Der Bademeister hat die Fotos nämlich nicht geknipst, und wer hier wen beobachtet, das wird nicht gleich aufgelöst. So schaut man dem einsamen Mann mit Unbehagen dabei zu, wie er sich mit der Teenagerclique anfreundet, die nachts ins Schwimmbad einbricht, um die Jugend und den ewigen Sommer zu feiern. Bis eine Lüge die Stimmung jäh zum Kippen bringt.

Michael Kochs «Beckenrand» wurde an zahlreichen Festivals gezeigt und war 2007 für den Deutschen Kurzfilmpreis und den Schweizer Filmpreis nominiert. Koch, 1982 in Luzern geboren, schloss seine Ausbildung an der Kunsthochschule für Medien in Köln mit dem Kurzfilm «Polar» ab, der 2009 mit dem Deutschen Kurzfilm- und dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet wurde. Derzeit arbeitet der Regisseur an seinem ersten Langspielfilm.

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